Warum geht man in Prozessionen um die Fluren, Äcker und Felder? Um den gütigen Gott zu bitten, er wolle mit seiner milden väterlichen Hand die Fluren segnen, die Früchte der Erde erhalten, alle Lebewesen mit Segen erfüllen, und ihnen Speise geben zur rechten Zeit, also auch uns Menschen.
Während früher der Großteil der Bevölkerung direkt in der Landwirtschaft tätig und von Wind und Wetter und den Erträgen abhängig war, sind die meisten Menschen heute in verschiedenen Dienstleistungssektoren und Produktionsbetrieben beschäftigt und scheinbar losgelöst von der Natur. Doch nur scheinbar, denn letztendlich zum Essen brauchen wir alle etwas. Ist damit der Sinn der Bittgänge verloren gegangen? Nein! Solange wir leben, solange wir nach Einkommen trachten und eine sinnerfüllte Arbeit suchen, solange wir nach Gesundheit und langem Leben streben, solange wir gut und gesund essen wollen, solange dürfen wir auf das Bitten nicht vergessen und solange sind auch die Bittgänge nicht Spaziergänge der Bauern, sondern für jeden Einzelnen ein intensives, gemeinschaftliches Bitten. Ein Aufruf an jeden, bei einem der Bittgänge mitzugehen und für die persönlichen Anliegen zu beten und bitten.