Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Rosenkranz
  • "Betendes Gottes Volk"
  • Maria Namen-Feier
  • Über uns
  • Kontakt & Presse
  • Newsletter
  • Impressum
  • Datenschutz
Hauptmenü:
  • Home
  • Rosenkranz
  • "Betendes Gottes Volk"
  • Maria Namen-Feier
  • Über uns

Hauptmenü anzeigen
Artikel
Sie sind hier:
  • "Betendes Gottes Volk"
  • Artikel

Inhalt:
zurück

Die Welt braucht die „Alten“

Über den Wert des Älter-Werdens

 

 

Draußen in der Natur erleben wir momentan ein üppiges Wachsen und Reifen. Das, was im Frühjahr ausgesät worden ist, hat angefangen zu blühen und zu reifen. Bald werden die Felder reif, an den Sträuchern und Bäumen wachsen Früchte, bis dann die Zeit der Ernte ansetzt. Und dann kommen wieder der Zerfall und das Absterben der Natur. Es ist wie im menschlichen Leben auch. Zum menschlichen Leben gehört das Aufblühen und Wachsen, aber auch der Abbau des Leibes, der Seele und des Geistes. Wir werden älter und gebrechlicher. Leib, Seele und Geist bauen wieder ab.

 

Viele in unserer Umgebung sind der Meinung, dass mit dem Abbau und dem Gebrechlichwerden auch der Wert eines Menschen abnimmt. Wenn die Kräfte abnehmen und die Schönheit von Körper und Seele schwindet, dann ist der Mensch in den Augen der Menschen vielfach nichts mehr wert. So denken viele. Lassen wir uns von dieser oberflächlichen Sicht nicht anstecken! Das menschliche Leben verliert nicht an Wert. Wir sind mit 80 oder 90 oder 100 Jahren nicht weniger wert als in jungen Jahren. Und wenn Ihnen jemand diesen Wert nehmen würde, dann würde er an Ihnen ein Unrecht begehen. Das menschliche Leben behält seinen Wert, auch wenn die Kräfte abnehmen. Diese Ehrfurcht vor den betagten Menschen ist im 4. Gebot (10 Gebote Gottes) ganz tief in das Gewissen der Menschheit eingeschrieben.

 

 

Das Alter verweist auf etwas Wichtiges: Reifung! Der Sinn unseres Lebens erschöpft sich nicht in einem äußeren Tun und Wachsen. Es reift zugleich etwas Inneres heran. „Wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird“, schreibt der Apostel Paulus (2 Kor 4,16), „der innere wird Tag für Tag erneuert“. Das Alter ist die „Krone“ des Lebens. Nichts Gutes geht verloren. Keine Tat der Liebe ist vergessen, kein Leid wurde umsonst getragen, keine Träne umsonst geweint. Es ist wie mit den Jahresringen eines Baumes. In ihnen ist das ganze Schicksal der vergangenen Jahre eingewachsen. So ist es auch mit den Jahren unserer Lebensgeschichte.

 

Wenn wir auf unser vergangenes Leben zurückblicken, werden wir wohl für Vieles sehr dankbar sein. Unser bisheriges Leben war nicht bloß eine Reihe von zufälligen Ereignissen, sondern hinter allem ist eine wunderbare Führung am Werk, eine höhere Weisheit, über die man oft nur staunen kann. Ich möchte hinzufügen: für die man nur dankbar sein kann! Es gibt in der Tat keine edlere Regung in unserem Inneren als die Dankbarkeit! Eine besondere Gelegenheit, unsere Dankbarkeit auszudrücken, ist die Eucharistiefeier. Es handelt sich da immer auch um eine Dankfeier. Wir danken Gott für alles Gute, das uns im Leben geschenkt wurde. Wir werden dabei auch jene nicht vergessen, die alte Menschen betreuen.

 

Aber wir schauen nicht bloß auf unser vergangenes Leben zurück. Auch im Alter hat man noch eine Zukunft vor sich und auch ein Heute. Auch im Alter ist das Leben noch ein Geschenk und eine Aufgabe. Viele schöne Dinge begegnen uns darin. Auch das Schwere wird darin seinen Platz haben, sowie unser alltägliches „Kreuz“.

Aber das Alter ist kein unangefochtenes Gut. Es ist begleitet von vielen Versuchungen, von sogenannten Prüfungen. Zu den Versuchungen des Alters gehört auch, dass man an seiner Vergangenheit hängenbleiben kann. Alte Fehler, Versäumnisse, Sünden, die längst bereinigt sind, können wieder hochkommen und die Seele tief beunruhigen.

 

Deshalb möchte ich auf zwei „goldene Früchte“ des Alters verweisen. Die eine Frucht ist der innere Friede. Ihn kann man wohl nicht selber machen. Aber er ist auch die Frucht eines jahrzehntelangen Bemühens um ein versöhntes Leben. Wer versöhnt ist mit sich selbst, mit den Mitmenschen, mit seiner Lebensgeschichte und mit Gott, der wird diesen inneren Frieden finden. Dieser Friede ist mehr wert als alle Schätze der Welt.

 

Die andere goldene Frucht des Alters ist die Hoffnung. Sie ist in unserer derzeitigen Umgebung eine Mangelware. Doch wo sie fehlt, wo das Feuer der Hoffnung nicht mehr in uns brennt, breitet sich sehr leicht die Angst aus. Die tiefste Hoffnung, die wir haben, ist, dass unser Leben nicht im dunklen Abgrund des Todes endet, sondern in einer personalen Begegnung mit Gott. Unsere Hoffnung ist, dass wir für ein ewiges Leben und ein ewiges Glück geschaffen sind. Wir sollen oft an den Himmel denken, raten uns die Heiligen. Dieser Blick nimmt uns zwar die Mühen des Alters nicht ab, aber sie werden erträglicher. Das Gebet hält unsere Hoffnung auf den Himmel lebendig, insbesondere auch das Gebet um einen seligen Heimgang zu Gott.

 

Auch das tägliche Miteinander birgt viele Versuchungen. Ersparen wir uns gegenseitig alles überflüssige Leid, das durch mangelndes Verständnis oder durch fehlende Aufmerksamkeit füreinander verursacht ist. Machen wir uns gegenseitig das Leben nicht schwerer als es sowieso schon ist. Und vergessen wir nicht, dass man im Leben nicht alle Probleme lösen kann. Manche Menschen müssen ertragen werden, manchmal auch wir selbst. Ein Wort aus der Heiligen Schrift gibt uns für solche Situationen den guten Rat: „Ertragt einander in Liebe“ (Eph 4,2).

Mit Gewissheit getraue ich mir zu sagen: Die Welt braucht den Beitrag der Alten! Unsere heutige Generation darf den Alten sehr dankbar sein für das, was sie geleistet haben, vielleicht in einer Zeit, in der wir mit Wohlstand noch nicht so gesegnet waren. Was ihre Angehörigen jetzt besitzen und genießen, ist oft auch ihr Werk. Dafür haben sie ihr Leben verbraucht. Wir alle stehen drin im Fluss der Geschichte. Und was wir heute haben und aufbauen, werden wir einst in jüngere Hände legen, damit es weitergeht.

 

Unsere heutige Welt braucht die Alten. Sie braucht ihren Beitrag; sie braucht vor allem auch ihr Gebet. Vielleicht ist ihr Gebet der wertvollste Beitrag und der größte Reichtum, den sie zu verschenken haben. Das ist meine tiefste Gewissheit.

 

 

 

Pius Schmidt, Pfr. i. R.

zurück

nach oben springen
Footermenü:
  • Home
  • Rosenkranz
  • "Betendes Gottes Volk"
  • Maria Namen-Feier
  • Über uns

RSK Gebetsgemeinschaft für Kirche & Welt

zent@rsk-ma.at
+43/1/512 69 36
Franziskanerplatz 4 | 1010 Wien
  • Kontakt & Presse
  • Newsletter
  • Impressum
  • Datenschutz
nach oben springen