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„BETENDES GOTTES VOLK“ Nr. 241/2010/1 Auf der Titelseite ein fröhliches Bubengesicht, das durch einen Türspalt guckt. Passt den das in unsere ernste Zeit? Nach der gescheiterten Klimakonferenz sagte der bekannte Denker Sloterdijk: "Die Menschen sind Zukunftsatheisten. Sie glauben nicht an das, was sie wissen, selbst wenn man ihnen stringent1 beweist, was kommen muss." Muss ich hier die schwierigen Probleme aufzählen, die es zu lösen gilt? Die lesen Sie ja in jeder Tageszeitung. Was Sie aber nicht in der Zeitung lesen, ist das Wort eines großen christlichen Denkers: "Es muss doch alles gut werden, weil Christus auferstanden ist." Ich frage mich selbst oft, weshalb diese Hoffnung in mir so schwach ist. Eine Medizin gegen diese "Krankheit" ist mir eingefallen: Evangelium heißt doch "Frohe Botschaft". Ich habe mir vorgenommen, jene Texte der Heiligen Schrift im Herzen zu bewahren, die froh machen und Mut geben. Zum Beispiel die Schriftstelle: "Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!" (Phil 4,6). Wenn ich diese Worte in einer Sorge ausspreche, merke ich, wie wenig tief mein Vertrauen auf Gott noch ist. Aber können wir da nicht von dem fröhlichen Kind lernen? Ein Kind vertraut doch auf die guten Eltern! Natürlich dürfen wir nicht das Wort eines Heiligen vergessen: So beten, als ob alles von Gott abhinge, so arbeiten, als ob alles auf uns ankomme. So bemühe ich mich, mit Strom und Wasser sparsam umzugehen. Das ich nicht Auto fahre sondern die "Öffis" benutze, ist keine Tugend, da wir im RSK ein Auto nicht unbedingt benötigen und andererseits bin ich fürs Autofahren unbegabt. Sicher sind das nur ganz kleine Schritte. Aber ich denke, wenn wir die Bitte "Unser tägliches Brot gib uns heute" andächtig aussprechen, wird uns noch manches einfallen, was wir zum Beispiel für die Umwelt tun können. Wir schlagen im Rosenkranz-Sühnekreuzzug auch vor, am Montag in das Vater unser des Rosenkranzes jene einzuschließen, die für das tägliche Brot Verantwortung tragen. Dabei sollen wir allerdings die drei Schritte unsere Arbeit im Rosenkranz-Sühnekreuzzug nicht vergessen: Sollten wir nicht auch daran denken, dass wir durch Pessimismus junge Menschen dem Christentum entfremden? Pessimismus nein, Realismus (wie ihn zum Beispiel auch der Artikel "Globalisierung" zeigt) ja. Und zu diesem Realismus gehört für uns Christen der hate Weg über Golgota, der aber sicher zur Auferstehung führt. Einer, der dies in seinem Leben - mit Millionen anderen - erfahren hat, ruft uns zu: "Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll" (Röm 8,18). Ihnen eine fruchtbringende Fatsenzeit und ein die Hoffnung stärkendes Osterfest wünschend, bleibe ich mit Segen Ihr P.S. In der Fastenzeit starten wir eine große Werbeaktion für unsere Gebetsgemeinschaft. Das klingt zwar geschäftsmäßig, aber ich bin von dem überzeugt, was uns P. Petrus auf der Schlussseite sagt. Darf ich Sie um Ihr Gebet bitten? 1 stringent = zwingend Was heißt Jesus Christus hat uns erlöst? Erlösung: ein Fremdwort? Sehr häufig begegnet in den Texten der Liturgie das Wort "Erlösung". So sprechen wir im Advent von der Erwartung des Erlösers, von der Ankunft des Erlösers und in der Fastenzeit vom Geheimnis bzw. vom Fest der Erlösung. Aber die Worte sind durch den häufigen Gebrauch abgenützt: Wir denken uns nicht mehr viel dabei. Es geht ihm wie dem Wort Sünde, das wir oft in der heiligen Messe hören: Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, Jesus hat sein Blut vergossen "zur Vergebung der Sünden". Das Wort ist in seinem religiösen Sinn verschwunden. Man sündigt "gegen die Figur" - wenn man zuviel isst - oder bekommt einen Punkt in der Verkehrssünderdatei, bei zu schnellem Fahren. Sünde ist aber in erster Linie eine Verweigerung Gott gegenüber. Fühlen wir uns noch als erlösungsbedürftig? Sind wir so von der Richtigkeit und Schönheit unseres Lebens überzeugt, dass jeder meint, für mich hätte Jesus nicht sterben müssen - vielleicht höchstens noch für manche andere. So fragen wir uns: Was heißt "Erlösung", muss auch ich erlöst werden? Das Heil kommt von Gott Der Retter und Erlöser ist immer Gott. Er hat nicht Freude am Untergang, am Elend des Menschen. Gleich nach der Sünde der Stammeltern, die den Tod, Spannungen zwischen den Geschlechtern, Brudermord und Rachsucht (vgl. Gen 4,8ff; 3,3.16; 4,24) zur Folge hatte, kündet Gott den Erlöser an, nämlich den, der der Schlange den Kopf zertreten wird (vgl. Gen 3,15). Die Erlösung beginnt dann damit, dass Gott sich denen, die "falschen Göttern dienen" (Jos 24,2), als der wahre Gott offenbarte; bei falschen Göttern gibt es kein echtes Vorwärtskommen und keine Erlösung. Wie oft setzen die Menschen auf solche Götter ihre Hoffnung! Das Musterbeispiel für den befreienden Gott war aber nicht die Berufung Abrahams, sondern die Befreiung Israels vom Sklavendienst in Ägypten. Gott führte das Volk durch die Wüste, schenkte ihm und seinen Königen Macht und Wohlergehen, aber es glaubte immer wieder, fern von Jahwe sein Glück finden zu können. Obwohl es versprochen hatte, den Bund mit Jahwe getreu zu befolgen und "alles zu tun, was der Herr gesagt hatte" (Ex 24,3), wollte es immer wieder wie die übrigen Völker sein und deren Götter verehren. Das Volk Israel musste erkennen, dass sich dann Gott von ihm abwandte, sich das Kriegsglück wendete und die fremden Völker zur Herrschaft kamen. Mit anderen Worten: Der Bruch des Bundes mit Gott ist wie Ehebruch, ist Sünde. Diese ist Beziehungsbruch. So wurde sich Israel immer mehr bewusst, dass die innere Verweigerung Gott gegenüber das eigentliche Übel ist, von dem es erlöst werden musste und von dem die äußeren Nöte wie Krankheit, Not und Tod herrühren. Die Erwartung auf den Erlöser richtete sich auf den Messias; dieser ist in Jesus Christus erschienen. Er heilte die Kranken, machte Aussätzige rein, speiste Hungrige. Er erweckte Tote und gab durch seine Auferstehung allen die Hoffnung auf ewiges Leben. Jesus erlöste von den leiblichen und den psychischen Beschwerden. "Kommt alle zu mir, die ihr müselig seid und beladen, ich will euch erquicken" (Mt 11,28). Tod und Auferstehung Christi als Höhepunkt des Erlösungsgeschehens Im Alten Testament lesen wir immer wieder von den Versuchen Gottes, die Menschen aus der leiblichen Unfreiheit (Hunger, Krankheit, Tod) und der geistigen Not (Irrtum, Sünde) zu befreien. Seinen Höhepunkt erreichte das Erlösungswerk in Jesus Christus. Es begann mit der Menschwerdung des ewigen Sohnes, bei der in Jesus Christus Gott und Mensch eine unlösbare Verbindung eingegangen sind. So heißt es in 1 Joh 1,1f: "Was von Anfang an war,... was wir mit unseren Augen gesehen haben ... vom Worte des Lebens - und das Leben erschien, das ewige, das beim Vater war und uns erschien." Die eigentliche Erlösungstat aber geschah am Kreuz: Christus ist gestorben "für unsere Sünden"; mit diesem Bekenntnis begann die Verkündigung in den ersten Jahren nach den Ereignissen in Jerusalem (1 Kor 15,3), und Jesus hat "sein Blut vergossen zur Vergebung der Sünden" (Mt 26,28), wie wir auch in jeder heiligen Messe hören. Warum, so kann man fragen, hat Jesus zur Vergebung der Sünden sein Leben hingeben müssen? Stufen der Erlösung Amnestie gewähren bedeutet, einem Schuldigen aus angegebenem Anlass die Strafe erlassen. Zum Beispiel wird ein Verurteilter anlässlich des Geburtstags des Königs aus dem Gefängnis entlassen. Aber Amnestie führt noch zu keiner Erlösung und Versöhnung. Ob der Schuldige Gott liebt und ganz liebens wert ist? Prof. Dr. Anton Ziegenaus Hokus Pokus Spiritus - nichts ist wahr zum Überdruss Gerade in Zeiten der Veränderung, des Abschiedes und Neuanfangs möchten die Menschen gerne Orientierung in ihrem Leben haben. Aus diesem Grund sind Hellseher, Horoskope oder Zukunftsprognosen sehr modern und wecken immer wieder das Interesse der Menschen. Auch viele gläubige Menschen interessieren sich regelmäßig für ihr persönliches Horoskop. Über die Zukunft nachsinnen Auch in der Heiligen Schrift finden sich Prophezeiungen. Gott selbst lädt uns dazu ein, über seine Prophezeiungen nachzudenken. Zwei Stellen aus der Heiligen Schrift seien genannt: "Denkt an das, was früher galt, in uralten Zeiten: Ich bin Gott, und sonst niemand, ich bin Gott, und niemand ist wie ich. Ich habe von Anfang an die Zukunft verkündet und lange vorher gesagt, was erst geschehen sollte" (Jes 46,9-10). P. Franz Müller OFM Die Globalisierung Ein aktuelles Thema, das uns alle in Kirche und Gesellschaft betrifft, ist die Globalisierung. In den letzten zwei Jahrzehnten wuchs die Menschheit immer mehr zusammen. Staatsgrenzen verschwanden und durch die zunehmende Zusammenarbeit der Länder, das Internet und die internationalen Finanzmärkte wurde die Welt kleiner und überschaubarer. Diese Entwicklung, die auch viele neue Herausforderungen an die Menschheit mit sich bringt, nennt die Fachsprache Globalisierung. Auch Papst Benedikt XVI. ging schon mehrfach auf dieses Thema, unter anderem in seiner Sozialenzyklika "Caritas in veritate", ein. Der Begriff Der Begriff der "Globalisierung" wird in einem Soziallexikon als eine "Verdichtung und Beschleunigung grenzüberschreitender Zusammenarbeit gesehen, die faktisch oder der Möglichkeit nach alle Individuen, Institutionen und Staaten zu einem komplexen Gefüge wechselseitiger, häufig aber ungleichgewichtiger Abhängigkeiten miteinander vernetzt". Das heißt praktisch gesehen, dass die Welt immer enger zuammenrückt, Staatsgrenzen verschwinden und wir leben realistisch betrachtet in einer Art globalem Dorf. Die Globalisierung erfolgte bisher auf rein wirtschaftlicher Ebene, ohne dass auf sozialer Ebene ein entsprechender Ausgleich stattgefunden hätte. Gründe für diese Entwicklung Die Globalisierung ist nicht überraschend gekommen, sondern hat sich fortschreitend und kontinuierlich entwickelt. Diese Entwicklung verlief nach außen gesehen nicht spektakulär aber doch sehr effizient. Ein offener Prozess Die rasch voranschreitende Globalisierung wurde im vergangenen Jahrzehnt auch von einer heftigen Debatte über die damit verbundenen Vor- und Nachteile begleitet. Diese sollen im zweiten Teil der Serie näher dargestellt werden. Katholische Kirche und Globalisierung Die katholische Kirche wird aufgrund ihrer weltweiten Vernetzung häufig als ein "Vorläufer der Globalisierung" bezeichnet. Schon in der eiligen Schrift bildet der universale Missionsauftrag des auferstandenen Jesus an seine Jünger eine wichtige Grundlage dafür: "Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Mt 28,19). Auch in der paulinischen Theologie finden sich Ansätze für eine Globalisierung. In 1 Tim 2,4 betont der Apostel: " Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen." P. Franz Müller OFM
„BETENDES GOTTES VOLK“ Nr. 240/2009/4 "Kommen Sie mit auf den Turm, ich zeige ihnen, wie das Turmkreuz angebracht wird", so lud mich ein freundlicher Arbeiter ein. Also begann ich die Leitern hochzuklettern, doch dann geschah´s: Plötzlich begannen mir die Knie zu schlottern und die Angst stieg hoch; nein, ich konnte einfach nicht mehr weiter. "Fürchtet euch nicht" ruft der Engel auf der Titelseite - auch uns - zu. Es ist jedoch nicht die Furcht vor der Zukunft, vor den Naturgewalten, vor Krankheit oder Tod, oder wie ich sie spürte, gemeint. Es geht zunächst um die Furcht vor dem gewaltigen Gott (Das ganze Universum ist vor ihm wie ein Stäubchen an der Waage, vgl. Weish 11,22), wenn er sich in unserer kleinen Welt offenbart. Aber der Engel beruhigt ja: Fürchtet euch nicht! Kann man sich denn vor einem Wickelkind fürchten? Und Gott hat sich in Betlehem als Kind geoffenbart und uns so gezeigt, wie sehr er uns liebt. Freilich dürfen wir bei all dieser Liebe seine Allmacht nicht vergessen. Und so soll die Furcht zur liebenden Ehrfurcht werden. Ich entdecke bei mir manchmal mit Schrecken, wie sehr mir die Ehrfurcht vor Gott fehlt, der sich für uns so klein macht, zum Beispiel in der Eucharistie, aber auch im armen Menschen. "Fürchtet euch nicht", das will auch Vertrauen in Gott in uns wecken. Die richtige Haltung zeigt uns ein Gebet, in dem es heißt: "Lass uns dich ebenso fürchten wie lieben." Und so wollen wir uns um diese drei Haltungen bemühen: Furcht vor Gott, der zum Beispiel die Sünde nicht bagatellisiert; Ehrfurcht vor Gott, der so groß ist und sich für uns so klein macht, und Liebe zu IHM, die er uns in Bethlehem gezeigt hat: So sehr hat Gott die (Menschen) Welt geliebt, dass er seinen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat (Joh 3,16). Aus dieser Liebe wächst auch das Vertrauen auf den gütigen Vater im Himmel und seinen Sohn Jesus Christus. Wenn wir uns um die "Furcht vor Gott" bemühen, wird es uns gelingen, auch manch natürliche Furcht zu überwinden: Fürchtet euch nicht! Mit herzlichen Grüßen - Papst Benedikt XVI. Das Heilige Land zur Zeit Jesu Bibel, Geschichte und der christliche Glaube Im Fahrwasser einer erstarkenden Atheismus-Bewegung wird nicht nur Gottes Existenz wieder einmal geleugnet, sondern auch alles massiv infrage gestellt, was Jesus Christus, sein Leben und Wirken betrifft. Palästina zur Zeit Jesu Zur Zeitenwende wurde die damals bekannte Welt von Rom aus beherrscht. Jesus wurde allerdings nicht im Jahre 0 geboren. Das Geburtsjahr Jesu fällt in die Regierungszeit Herodes des Großen, der starb 4 v. Chr. Deshalb wird Jesus wahrscheinlich wenige Jahre vorher geboren sein. Das römische Weltreich regierte damals Gaius Julius Cäsar Octavianus, der sich ab 27 v. Chr. "Augustus" (der "Anbetungswürdige") nannte. Sein Adoptivsohn und Nachfolger war Tiberius Claudius Nero. Er nannte sich "Sohn des Göttlichen" und unter ihm sollte jener Jesus gekreuzigt werden, dem schon in Lk 1,35 der Gottessohntitel von Gott selbst her zugedacht war. Einige Schlussfolgerungen Eine Reihe von Kritikern der historischen Abläufe rund um die Geburt, die Jugend und die kurze öffentliche Wirksamkeit Jesu verwendet viele Argumente darauf, die biblischen Aussagen zu erschüttern und damit als unhaltbar darzustellen. Nazaret wird infrage gestellt, Betlehem ist dann nicht mehr sicher. Die Flucht nach Ägypten wird mystifiziert (der neue Mose musste einfach auch aus Ägypten kommen, sagt man dann), und schließlich werden gar die Berichte vom leeren Grab in Jerusalem und die Begegnungen mit dem Auferstandenen zerpflückt und bis zur Unkenntlichkeit umgedeutet und spiritualisiert. Auffallend bei den verschiedenen Ernüchterungen bezüglich der Orts- und Zeitangaben der Geschehnisse um Jesus Christus ist, dass diskussionswürdige Alternativvorschläge nicht geliefert werden. Dabei basiert unser christlicher Glaube auf den historisch greifbaren Angaben der Heiligen Schrift und vor allem dem, in dessen Auftrag sie geschrieben wurden und in dessen Dienst sie letztlich stehen.
P. Robert Jauch OFM Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Elisabeth Fleckenstein
„BETENDES GOTTES VOLK“ Nr. 239/2009/3 Dass das Christentum ohne die tatsächliche Auferstehung Jesu auch nur bis ins zweite Jahrhundert hätte überdauern können, hält der bekannte verstorbene jüdische Gelehrte Pinchas Lapide für äußerst unwahrscheinlich; allerdings weist er den Gedanken, dass Jesus der erwartete Messias sei, energisch zurück. Was führt Lapide zu dieser Ablehnung? Ich vermute, es ist der algemeine Vorwurf gegen das Christentum: Was hat sich denn durch Christus in der Welt verändert? Wir haben auf der Titelseite die gewaltige Statue von Christus, dem Erlöser, die sich hoch über Rio de Janeiro erhebt. Jesus breitet die Arme aus, als wollte er sagen: "Kommt alle zu mir..." Sicher dürfen wir mit all unseren Sorgen zu Jesus kommen. Zunächst will uns aber Jesus einladen, dass wir sein Wort und seine Weisung annehmen. Wie viel Elend könnte in dieser Welt vermieden werden, wenn die Menschen - auch wir - auf Jesu Wort achteten. Wenn sich Maria in Fatima als die "Rosenkranzkönigin" offenbarte, hat das eine tiefe Bedeutung (und ist kein kitschiger Titel!). Die Gottesmutter möchte uns durch den Rosenkranz nach Wort und Beispiel ihres Sohnes formen. Ich frage mich und Sie: geschieht das auch? Bitten wir doch die Gottesmutter, was sie uns durch das betreffende Rosenkranzgeheimnis sagen will. Wahrscheinlich kann man nicht bei jedem Gesätz eine Weisung fürs Leben finden; aber wenigstens bei einem oder zwei Gesätzen werden wir doch Mariens Hilfe zur Formung unseres Lebens finden. Vielleicht denkt nun mancher: Der Pater ist aber lebensfremd, weiß er denn nicht, welche Sorgen uns bedrücken, etwa die wirtschaftliche Situation? Jesus hat einmal über Jerusalem geweint: " Wenn du es doch erkannt hättest, was dir zum Frieden dient" (nach Lk 19,42). Jesus, und so auch uns Chrstinnen und Christen, ist die augenblickliche Situation nicht gleichgültig. Aber sie ist ein ernstes "Zeichen der Zeit", das zur Umkehr mahnt. Wir beginnen damit bei uns selbst; wir beten für die Verantwortlichen um kluge und gerechte Entscheidungen. Möge doch unser gemeinsamer Gebetssturm manches Arge verhindern. Noch ein ganz praktischer Tipp zum Schluss: Betet (wieder) das Tischgebet. Eine Anregung findet ihr dazu auf dieser Seite. Wir glauben nicht nur an die Auferstehung - wir glauben auch an den Christus/Messias, der auch durch die Fürbitte seiner Mutter manches zum Guten wenden kann (siehe den Fall der Berliner Mauer!). Mit herzlichen Grüßen Herr, segne uns und diese Gaben, die wir durch deine Güte jetzt empfangen werden; segne alle, die dafür gearbeitet haben, segne alle, die für das tägliche Brot Verantwortung tragen und erbarme dich - auch durch uns - jener, die hungern. War es ein Wunder? Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, der atheistische Kommunismus brach zusammen. Verfolgen wir die Ereignisse, die zu dieser "größten aber unblutigen Revolution" (Kard. Wetter) führten. 13. Juli 1917: Die Erscheinung in Fatima offenbarte den Kindern: "Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg geht seinem Ende entgegen: wenn man aber nicht aufhört Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat Pius XI. ein anderer, schlimmerer Krige beginnen. Wenn ihr eine Nacht erhellt sehen werdet durch ein unbekanntes Licht, dann wisset, dass er nun die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters strafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu fordern. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren, und es wird Friede sein: Wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören, die Guten werden gemartert werden und der Heilige Vater wird viel zu leiden haben; verschiedene Nationen werden vernichtet werden; am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und eine Zeit des Friedens wird der Welt geschenkt werden." 13. Oktober 1917: Das Sonnenwunder; in dieser Weise das größte Zeichen der nachapostolischen Zeit, es sollte die Echtheit und die Bedeutung der Erscheinungen unterstreichen. 7. November 1917: Gewaltsame bolschewistische Machtübernahme in Petrograd (St. Petersburg) und damit Beginn der kommunistischen Herrschaft in Russland. 6. Mai 1981: P. Petrus sagt zu Papst Johannes Paul II.: "Ich habe für sie gebetet, dass sie uns noch recht lang erhalten bleiben." 13. Mai 1981: Attentat auf den Papst. 13. Mai 1982: Johannes Paul II. weiht in Fatima die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens. 25. März 1984: Der Papst wiederholt die Weltweihe vereint mit den Bischöfen der Welt unter besonderer Berücksichtigung Russlands. 11. März 1985: Wahl Michail Gorbatschows zum KPdSU- Generalsekretär. Man kann sagen, er brachte den Stein ins Rollen, der zum Sturz des Kommunismus führte. 10. November 1989: Fall der Berliner Mauer als Zeichen des Zusammenbruchs des atheistischen Kommunismus. Wenn man alle Komponenten dieses welthistorischen Ereignisses zusammenfasst, darf man von einem Geschichtswunder sprechen. Der Fall der Berliner Mauer ist Vergangenheit. Höchst aktuell bleibt aber die Mahnung: "Die Menschen sollen aufhören, Gott zu beleidigen." Dieses Wort hat auch Bedeutung in der Weltwirtschaftskrise. P. Benno Mikocki OFM Die Psalmen entdecken (21) Psalm 139 gehört zu den besonders kostbaren Perlen des Psalters. In ihm spricht ein Jahwegläubiger, der Verfolgung leidet, seinen lebendigen Glauben an die Allwissenheit, die Allgegenwart und das Allwalten des Richtergottes, der zugleich Bundesgott ist, aus. Er tut es nicht in einer Art Lehrstück, sondern in der Zwiesprache des Gebetes (Deissler). Vers 1b gibt knapp das Thema an: die Erforschung des Beters durch Gott. In den Versen 2ff beschreiben vier parallel gebaute Sätze, wie Gott die menschlichen Grundtätigkeiten beobachtet. Wir könnten sagen, Gott umgibt den Menschen wie das Licht und die Luft. Vers 4 steigert noch die Gegenwart Gottes: Noch ist ein Gedanke nicht ins Wort geformt, da kennt ihn Gott schon. Vers 5 fasst die vorausgehenden Einzeltaten JHWHs zu einem Gesamteindruck zusammen. "JHWH hat den Psalmisten so von hinten und von vorn eingeschlossen, dass er ihn auf der horizontalen Ebene seines Bewegungsspielraums beraubt hat; zugleich hat er auch ein Entkommen in der vertikalen Ebene vereitelt, in dem er von oben seine Hand auf ihn stemmte" (Hossfeld). Im Stundenbuch der Kirche sind die Verse 19 bis 22 ausgelassen. Sie beginnen ja schon mit der Bitte, Gott möge den Frevler töten. Psalm 139 ist auch ein Hochgebet für den Christen. Seine elementare Sprachkraft, Zeichen eines begnadeten Glaubens, erweckt, wenn wir uns ihr überlassen, tote Lehrsätze des Credos zum Leben, das da ist ,ein Wandern mit Gott´ (Mich 6,8). Dieser ,uralte Weg´(Vers 24) ist allein der ewig neue, und er meint immer zugleich den Gang mit Gott zum Menschen hin ,in Gerechtigkeit und Brudersinn´(Mich 6,8)" (Deissler). P. Benno Mikocki OFM „BETENDES GOTTES VOLK“ Nr. 238/2009/2 "Ich werde ein großes Wunder wirken, damit alle glauben." Dreimal wiederholt Maria diese Ankündigung in Fatima. Und dann geschieht dieses Wunder am 13. Oktober 1917. Es ist - in dieser Art - das größte Wunder der nachapostolischen Zeit. Kritiker werden einwenden: Wunder kann doch nur Gott wirken, wie kann Maria sagen: "Ich werde ein großes Wunder wirken"? Vom getreuen Knecht heißt es im Evangelium: "Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen" (Lk 12,44). Dazu ein Schrifterklärer: Hier ist von endzeitlichem Lohn die Rede, "der nicht in einem endgültigen Ausruhen von den Pflichten, sondern in gesteigerter Tätigkeit und höchster Verantwortung" besteht. Es ist also durchaus biblisch begründet, dass Gott Maria, die treue Magd, an seiner Macht teilnehmen lässt. Soll uns das gewaltige Sonnenwunder nicht auf die einzigartige Bedeutung Mariens als Wegbegleiterin zu Jesus hinweisen? Aber da ist der immer wieder gebrachte Einwand: In der Bibel steht ja so wenig drin über Maria, wie kann sie dann eine so große Bedeutung haben? Dem möchte ich die Erkenntnis eines Bibe´lfachmanns entgegenhalten: "Die Aussagen, die wir im Neuen Testament über sie (Maria, Anm.d.Verf.) finden, sind so reich und tief, dass wir sie nie ausschöpfen können!" (K. Stock). Als ich einen Neupriester fragte, ob er im Theologiestudium etwas über Maria gehört hätte, antwortete er "kaum". Ich will nicht kritisieren, denn das würde den Graben zwischen jenen, denen Marienverehrung ein Herzensanliegen ist, und jenen, für die Maria nur eine "Nebenfigur" des Glaubens bedeutet, nur vertiefen. Positiv will unsere Gebetsgemeinschaft anregen, dass über Maria mehr nachgedacht wird, denn ich bin der Überzeugung, dass viel Unheil in der Kirche daher kommt, weil die Mutter Jesu, die Wegbegleiterin zu Jesus, zu wenig erkannt und verehrt wird. Ist das übertrieben? Der bekannte Theologe Karl Rahner sagt: "Privatoffenbarungen sind in ihrem Wesen ein Imperativ, wie in einer bestimmten geschichtlichen Situation von der Christenheit gehandelt werden soll; sie sind wesentlich keine neue Behauptung, sondern ein neuer Befehl." Und dieser Imperativ wird bezüglich Fatima eben nicht oder zu wenig beachtet. Bitte: Helfen Sie uns - etwa beim Beten der beiden letzten Gesätze des glorreichen Rosenkranzes, dass die Bedeutung Mariens mehr erkannt wird. Dies wäre ein Segen für die Kirche, aber auch für die Welt. Mit herzlichen Grüßen und Segen, bleibe ich, Ihr P. Benno OFM Ich werde ein großes Wunder wirken Interview mit Günther Stolze, dem besten Kenner des Sonnenwunders von Fatima
P. Benno: Wenn man vom Sonnenwunder erzählt, bekommt man den Einwand zu hören, das war ja nur eine Massenhysterie. Was kann man dem entgegenhalte? G.S: Ich habe zwei Antworten. Ich habe mich von Meteorologen beraten lassen und soviel Material wie wohl sonst niemand durchgearbeitet (unter Betreuung von Physikern und Meteorologen) und bin zu dem Ergebnis gekommen: Was dort geschehen ist, ist einzigartig und überwältigend und natürlich nicht zu erklären. Die zweite Antwort lautet: Es wäre (natürlich geschehen) noch viel schwieriger, in etwa 60.000 Menschen dieselbe Vorstellung psychisch hervorzurufen. Außerdem: Das Phänomen wurde von Menschen in einem Umkreis von 30 Kilometern wahrgenommen. Auch dies ist ein wesentliches Argument gegen die Behauptung, es hätte sich einfach um eine Massensuggestion gehandelt. Ich habe allein etwa 70 einzelne Wunderelemente, aber in sich selbstständige, innerhalb dieses Geschehens aufgezeichnet. Das hat man dann auch nie mehr bestritten.
G.S: Eine natürliche lautet, es handle sich um ein Gewitter, das einen Sandsturm ausgelöst hat und eben diese Phänomene dann hervorgerufen hat. Das haben hochangesehene Fachleute der theoretischen Physik sehr genau vorgetragen in einem Vortrag, wie das kommen könnte, wenn aus der Sahara bestimmte Wüstenwinde zu rotieren anfingen. Da habe ich gesagt, dann hätten doch überall Sandkörner liegen müssen. Und wie erklären Sie sich, wie ihr Sandsturm bis zu zig Kilometer entfernten Orten gkommen ist, wo zur selben Zeit dasselbe beobachtet wurde? Darauf wussten die Vortragenden keine Antwort, einer rannte sogar wütend aus dem Saal. P. Benno: Berichten andere Religionen glaubwürdig von ähnlichen Phänomenen? G.S: Ich habe mich um andere ähnliche Sonnenwunder gekümmert, nicht mit dieser Ausschließlichkeit, das ist gar nicht möglich, aber ich habe mich orientiert und habe nicht ein einziges gefunden, wo eine Prophetie zugetroffen ist, eine Vorauskalkulation dieser hier nötigen Momente, die dazu gehören, nichts, gar nichts. Übrigens berichten glaubwürdige Zeugen auch von "Sonnenwundern" im christlichen Bereich. Aber keines von diesen reicht an das Sonnenwunder von Fatima nur annähernd heran. P. Benno: Wir alle haben das Sonnenwunder nicht miterlebt. Wir müssen uns auf die Glaubwürdigkeit der Zeugen verlassen. Wie steht es mit der Bezeugung des Sonnenwunders? G.S: Hier liegt ausgezeichnetes Material vor. Man hat sich vor dem Kirchengericht genau an die kirchliche Praxis gehalten. Die Praxis lautet, man soll bei Ereignissen, die Wunder sein könnten, mindestens 17, aber auch nicht mehr als 30 Zeugen zuziehen. Es darf auch nicht uferlos werden, das wäre unvernünftig. Ich bin jetzt noch immer auf der Suche nach Fotomaterial, weil das sehr viel weiterhelfen kann und weitergeholfen hat. Merkwürdigerweise sind von den tausenden Fotos, die vom Himmel in der Zeit gemacht wurden, nur 13 aufzutreiben, das ist nicht zu verstehen. Die übrigen sind, das scheint bewusst gesteuert worden zu sein, vernichtet worden.
G.S: Weder in der Kirchengeschichte noch in der gesamten Heilsgeschichte, noch in der ganzen Menschheitsgeschichte. Ich habe soviel recherchieren lassen, nicht das geringste ist dafür angespült worden. Es gibt es nicht, es ist einzigartig. P. Benno: Kann man also das Sonnenwunder als größtes Wunder in dieser Art der nachapostolischen Zeit bezeichnen? G.S: Das kann man, das ist richtig. P. Benno: Dreimal hat die Erscheinung versprochen, sie werde am 13.Oktober ein großes Wunder wirken, damit alle glauben. Hat aber diese große Wunder nicht wenig Beachtung gefunden? Wenn Maria durch die Macht Gottes ein so großes Zeichen wirken darf, dann will sie uns doch energisch darauf hinweisen, der Botschaft von Fatima Beachtung zu schenken. Können Sie diese Aussage unterschreiben? G.S: Das ist ein Skandal, das ganze ist eine Schande, dass das jetzt, 100 Jahre sind es bald her, und nur stellenweise in katholischen Kreisen ünerhaupt bekannt geworden ist. Ich habe Untersuchungen mitgemacht, Recherchen, demoskopische Untersuchungen im Auftrag des Bischofs, das liegt jetzt so 20, 30 Jahre zurück, da haben wir festgestellt, dass unter den damals noch tausend Priestern etwa, einschließlich der Ordensleute und einschließlich der religiösen Frauen, dass da weniger als ich glaube zwei Prozent überhaupt auch nur ein entferntes Interesse an Fatima zeigten, während die anderen gleich abwinkten und sagten: Das ist ja nur eine Privatoffenbarung und damit interessiert es uns nicht mehr, hat keinen Wert für uns. P. Benno: Ich danke für das Gespräch. Möge doch die heilige Jungfrau bewirken, dass ihre einmaligen Forschungen nicht nur die Bedeutung des Sonnenwunders aufzeigen, sondern dass auch der Imperativ von Fatima in der Kirche viel mehr Beachtung findet. Ein Universitätsprofessor - Zeuge des Sonnenwunders Zwei Monate nach der letzten Erscheinung schrieb Dr. Jose Maria de Provenca Garrett, Professor der Naturwissenschaft der Universität Coimbra, ein glaubwürdiger und kompetenter Zeuge, folgenden Bericht, der zum ersten Mal 1921 veröffentlicht wurde. "Ich kam zu Mittag an. Der dichte Regen, der seit dem Morgen unaufhörlich fiel, wurde jetzt durch einen wütenden Wind gepeitscht und drohte alles zu überschwemmen. Der Regen stürzte jetzt in Strömen auf die Köpfe der Wartenden und drang in ganzen Bächen in ihre Kleider ein. Es war fast zwei Uhr nachmittags (wenig nach dem astronomischen Mittag). Ein paar Augenblicke vorher hatte die Sonne die dichte Wolkenschicht, die sie verhüllte, mit ihren Strahlen durchbrochen: aller Blicke richteten sich auf sie, wie magnetisch angezogen. Auch ich versuchte, sie ins Auge zu fassen; sie sah aus wie eine Scheibe mit klaren Umrissen, glänzend, aber nicht blendend. In Fatima hörte ich, dass man sie als Scheibe aus mattem Silber beschrieb; dieser Vergleich schien mir nicht ganz zutreffend. Nein, sie hatte eine klare, schillernde Helligkeit, die an den Glanz einer Perle erinnerte. Sie ähnelte durchaus nicht dem Mond in einer klaren Nacht, denn sie hatte weder seine Farbe noch das eigenartige Hell-Dunkel. Sie sah aus wie ein glänzendes Rad, das der silbernen Hülle einer Muschel entnommen zu sein schien. Es waren schreckliche Augenblicke ... "Wäre nicht Mose für sie in die Bresche gesprungen" Psalm 106,23 Mose als Prototyp prophetischer Existenz "Es ist kein Prophet mehr da ..." Psalm 74,9 Wenn es keine Propheten gibt, dann ist es nicht gut bestellt um das Gottesvolk. Bblische Texte formulieren diese Not, die durch das Fehlen prophetischer Gestalten verursacht ist, denn auch sehr deutlich. So klagt etwa Ps 74, entsatnden vermutlich während des babylonischen Exils im 6. Jahrhundert v. Chr.: "Zeichen für uns sehen wir nicht, es ist kein Prophet mehr da, niemand von uns weiß, wie lange noch" (Vers 9). Ist kein Prophet mehr da, so ist es, als würde das Wort Gottes verstummen und Gott selbst sich ins Schweigen zurückziehen. Es fehlen die Einsichten in den wahren Zustand des Gottesvolkes und Perspektiven für den Weg in die Zukunft. "Niemals wieder ist in Israel ein Prophet wie Mose aufgetreten" Dtn 34,10 Mose ist im Alten Testament nicht nur der Mann Gottes, der das Volk Israel aus der Knechtschaft in die Freiheit führt, nicht nur der Mittler am Gottesberg, der ihm die Gesetze Gottes übergibt und auslegt. Dies ist er vor allem. Mose gilt im Laufe der alttestamentlichen Überlieferung zunehmend als Prototyp des Propheten. Worin besteht seine propetische Aufgabe? Psalm 106 bringt einige wesentliche Grundzüge prophetischer Existenz anschaulich zur Sprache. Dieser Psalm bietet einen Geschichtsrückblick in zehn Abschnitten. Er erzählt die vergangene Geschichte des Gottesvolkes in zugespitzter Weise als eine einzige Sündengeschichte, von den Anfängen bis in die Gegenwart. Der vierte Abschnitt, V.19-23, berichtet die Ereignisse am Gottesberg Horeb (Sinai), an dem Israel die Gesetze empfing und Gott seinen Bund mit dem Volk schloss. Der Text lautet: Sie machten am Horeb ein Kalb und warfen sich vor dem Gussbild nieder. Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein gegen das Bild eines Stieres, der Gras frisst. Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der einst in Ägypten Großes vollbrachte, Wunder im Lande Hams, furchterregende Taten am Schilfmeer. Da fasste er einen Plan, und er hätte sie vernichtet, wäre nicht Mose sein Erwählter, für sie in die Bresche gesprungen, so dass Gott sie im Zorn nicht vertilgte. "Ihr seid nicht in die Bresche gesprungen" Ez 13,5 Den lebendigen Gott vor den Menschen zu bezeugen und in den Belangen und Nöten der Menschen für sie bei Gott einzutreten, dies sind die Grunddimensionen prophetischer Existenz. Besonders deutlich zeigt dies die Auseinandersetzung mit den falschen Propheten, wie sie im Jeremia- und im Ezechielbuch dokumentiert ist. Eine Verkündigung aus dem "eigenen Herzen" Der Hauptvorwurf Ezechiels in Ez 13 gegenüber den falschen Propheten lautet: Ihre Verkündigung beginnt bei ihnen selbst. Was sie als Wort JHWHs ausgeben, ist ihr eigenes Gemächte. Es ist nur gebilde ihres Herzens. Dieser Vorwurf zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Kapitel. Die falschen Propheten, so Vers 3b, "folgen nur ihrem eigenen Geist" und haben "nichts geschaut". Ohne Legitimation treten sie als Verkünder auf: "Sie sagen: ´Spruch JHWHs´ - obwohl der Herr sie nicht gesandt hat" (Vers 6a). "Ihr habt nichtige Visionen gehabt, falsche Orakel verkündet und gesagt: `Spruch JHWHs´- obwohl ich gar nicht gesprochen hatte" (Vers 7b). Auch gegenüber den falschen Prophetinnen wird dieser Vorwurf fehlender Sendung erhoben. Sie "prophezeien aus ihrem eigenen Herzen" (Vers 17). Fehlende Solidarität Ein zweiter Hauptvorwurf zieht sich zwar nicht durch das gesamt Kapitel Ez 13. Dennoch kommt auch ihm in der Auseinandersetzung mit der falschen Prophetie ein besonderes Gewicht zu. Vers 5 lautet: "Ihr seid nicht in die Bresche gesprungen. Ihr habt keine Mauer für das Haus Israel errichtet, damit es am Tag des Herrn im Kampf standhalten kann." Das Bild der "Bresche" setzt eine umgemauerte Stadt voraus, die von einem Feind bedrängt wird. Wenn es diesem gelingt, eine Bresche in die Stadtmauer zu schlagen, dann droht hier Gefahr für die Stadt und ihre Bewohner. Wer nun "in die Bresche steigt" oder "springt", setzt zum Schutze der Stadt sein Leben aufs Spiel. Die "große Sehnsucht unserer Zeit" (Chiara Lubich) Mit Blick auf Mose und auf das Phänomen "falsche Prophetie" lassen sich die Grunddimensionen prophetischer Existenz deutlich aufzeigen: Beide Grunddimensionen prophetischer Existenz sind auch in der Berufung und Sendung Jesu von Nazaret gegeben, ohne dass sie diese in ihrer ganzen Fülle ausloten könnten. Die Propheten drücken ihre besondere Gottesbeziehung im Bild vom "Rat Jahwes" aus, in dem sie stehen. Ihnen ist das Wort Gottes anvertraut. Jesus Christus - so das Zeugnis des Neuen Testaments - ist das Wort Gottes in Person, das von Anfang an bei Gott ist. "Der einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat uns Kunde gebracht" (Joh 1,18). Jesus von Nazaret ist zugleich der Menschensohn, der durch seine Fleischwerdung ganz und gar bei den Menschen ist: "Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt" (Hebr 5,8). Dr. Franz Sedlmeier Die große Sehnsucht unserer Zeit Darin besteht die große Sehnsucht unserer Zeit: Chiara Lubich
Wie der Apostel Paulus in einer schweren gesundheitlichen Not betet Wenn es um das Thema Krankheit oder Leiden geht, dann kann der Apostel Paulus "mitreden" im wahrsten Sinn des Wortes, denn er war selber ein Betroffener. Paulus hat den Kranken viel zu sagen. Er war ja selber, wie wir heute sagen würden, ein "Schmerzpatient" oder ein "Langzeitkranker". Im 2.Korintherbrief lässt er uns einen Blick in sein Innenleben werfen. Er berichtet, dass er seit Jahren von einem schweren Leiden gequält wird: Mir wurde ein Stachel ins Fleisch gestoßen, "damit ich mich nicht überhebe". Es ist, als ob mich ein "Bote Satans mit Fäusten schlagen" würde. - Es wurde oft gefragt, was wohl damit gemeint sein könnte. Wir wissen es nicht. Sicher ist, dass es sich wohl um ein chronisches Leiden handelt, um einen stechenden und pochenden Schmerz, der ihm ständig zusetzte. Oder vielleicht war es ein psychisches Leiden, ein ständiger innerer Druck? - Jeder Kranke, der längere Zeit von einem solchen Schmerz oder von einem unerträglichen psychischen Druck geplagt wird, kann diese Worte gut verstehen. Wie geht Paulus mit dieser schier unerträglichen gesundheitlichen Belastung um? Er hat gebetet, Gott möge ihn von diesem Leiden befreien, so wie es auch heute viele Menschen tun. "Dreimal habe ich gebetet, dass dieser Bote Satans von mir ablasse", sagt er. Mit diesem dreimaligen Beten ist wohl kein kurzes Wortgebet gemeint, sondern ein langes anhaltendes Gebetsringen, ein Gebetskampf, so wie einst Jesus am Ölberg mit seinem Vater im Gebet gerungen hat. Er wird nach dem Sinn dieser Plage gefragt haben; er wird stürmisch verlangt haben, dass Gott ihm helfe und seinem Leiden ein Ende setze. Zweimal bekam er keine Antwort, heißt es, stattdessen fühlte er sich wie vor einer Mauer des Schweigens. Erst beim dritten Mal erhielt er eine Antwort, die lautete: "Meine Gnade genügt dir." Die Bitten des Apostels werden nicht erhört, so wie auch heute viele Menschen zu Gott flehen und scheinbar nicht erhört werden. Es wird ihm gesagt, dass die Gnade Gottes genügt. Mit dieser Auskunft muss er leben. Deshalb brauche der Zustand der Schwahchheit nicht aufgehoben werden. Gottes Gnade kommt gerade durch die Schwäche des Apostels zur Vollendung. "Gott nimmt das Kreuz nicht von uns, sondern er stärkt uns, dass wir es tragen können", lautet ein alter Spruch. Das Kreuz wird ihm nicht abgenommen. So musste Paulus weiterhin mit seiner menschlichen Armseligkeit leben. Aber alle Leiden vermochten ihn nicht von der Gnade des Herrn zu trennen! Sie verwiesen ihn vielmher auf sie."In der Schwachheit erweist sich Gottes Kraft", bekennt er im Brief an seine Gemeinde in Korinth. - Das ist auch heute ein Grundgesetz christlicher Existenz. Das Wachsen und Voranschreiten der Herrschaft Gottes folgt auch heute diesem Gesetz. Das Ausbreiten des Reiches Gottes ist keine Erfolgsgeschichte nach den Maßstäben dieser Welt, sondern auf dem Weg des Kreuzes ist der Sieg verheißen. Das neue Leben, das uns durch Christus schon verheißen ist, wird uns auf dem Weg des Kreuzes geschenkt. Christus hat am Kreuz gesiegt. So ist die Herrschaft Christi jetzt noch verborgen unter den Bedrängnissen und Leiden dieser Zeit. gibt nun seinen auf, von der Last dieses Leidens befreit zu werden, Er bejaht seine Ohnmacht und versucht, sich in den Willen Gottes zu ergeben. Die Wahrheit kostet Leiden Papst Benedikt sagte bei einer Predigt im Rahmen des Paulusjahres: "Die Wahrheit kostet Leiden." In einer Welt, in der uns in vielfacher Form die Macht der Lüge umgibt, stößt die Wahrheit auf Widerstand. Deshalb sind Leiderfahrungen im Leben keine bloßen "Betriebsunfälle", auch nicht unbedingt Strafen für begangene Sünden, sondern sie verweisen auf eine tiefere Dimension. "Wenn du dem Leiden ausweichst", sagt Papst Benedikt, "weichst du der Wahrheit aus und weichst gleichzeitig auch dem Leben aus. Auch Liebe gibt es nicht ohne das Leid." Das Leben und wirken des heiligen Paulus lässt erkennen, dass seine Berufung zur Verkündigung und seine Berufung zum Leiden zusammengehören. "Leide mit mir für das Evangelium" (2 Tim 1,8) Christus lebt in mir und ich lebe in Christus Anschaulich erklärt Paulus die Verbundenheit eines jeden Einzelnen mit Christus: Wir sind Glieder am Leib Christi. Seine Kraft durchströmt diesen Leib und jedes seiner Glieder. Auch jeder Kranke soll wissen, dass er ein lebendiges Glied am Leib Christi ist. Auf geheimnisvolle Weise wirken die Leiden der Menschen hinein in diesen Leib; andererseits strömt ihnen von Christus her eine Kraft zu. Durch die Taufe gehören wir ja zu ihm. Das Geheimnis des Getauft-seins soll deshalb das Leben des Christen prägen, besonders auch in den Tagen der Krankheit. Wie mit einer Nabelschnur sind wir mit Christus verbunden - und mit seiner Liebe. Bei seiner Begegnung mit dem Auferstandenen vor den Toren von Damaskus wurde Paulus diese Liebe geoffenbart. Diese Liebe Christi hatte ihn bis ins Innerste getroffen. Er erkannte das Jesus auch für ihn gestorben und auferstanden ist. Paulus begreift, dass Jesus durch seinen Tod am Kreuz sich auch für ihn hingegeben hat. Fortan hat diese Gewissheit sein Leben geprägt: dass Christus jeden persönlich liebt und als Auferstandener mit uns und in uns lebt. - Der Philosoph B. Pascal hat es einmal so formuliert, indem er dem Gekreuzigten die Worte in den Mund legt: "In meiner Todesstunde dachte ich an dich! Dieses Blut ist auch für dich vergossen!" Der Apostel Paulus drückt es im Brief an die Galater etwas anders aus: "Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat" (2,20). Pius Schmidt, Klinikumpfarrer Foto: Presse-Bild-Poss „BETENDES GOTTES VOLK“ Nr. 237/2009/1 "Leben wir in der größten Christenverfolgung aller Zeiten, von der wir nur im Westen (noch) nichts spüren?", so fragt ein Massenblatt. 250 Millionen Christen sind bedroht, 100.000 sollen jährlich um ihres Glaubens willen getötet werden. Dürfen wir angesichts dieser Not untätig bleiben? Gewiss, auch im sogenannten freien Westen leben wir nicht sorglos. Viele Christen leiden unter der Situation, in der sich die Kirche, nicht nur im Augenblick befindet. Die Wirtschaftskrise mit der Gefahr des Verlustes des Arbeitsplatzes, aber auch die spürbare Not vieler bedrückt uns. Aber nun stelle ich die Frage: Als P. Petrus 1947 begann, die Menschen zum Gebet für Frieden und Freiheit zu motivieren, war die Situation leichter? Mit großem Gottvertrauen rief er auf, den Himmel zu bestürmen. Schon 1948 schrieb er den Mitgliedern seiner Gebetsgemeinschaft: "Es wird eines Tages offenbar werden, WIE SEHR EUER Zeit- und Gebetsopfer GOTT und MARIA wohlgefällig ist und wahre Ströme von Segen und Gnaden für unser VATERLAND, die WELT und nicht zuletzt für jeden Einzelnen von Euch erwirkt hat." Die Jahre 1955 (Österreichischer Staatsvertrag) und 1989 (Fall der Berliner Mauer zeigen, dass wir die Worte des Paters als prophetisch bezeichnen dürfen. Ist es nicht so, als ob uns P. Petrus vom Himmel aus zuriefe: Resigniert nicht, legt die Hände nicht in den Schoß, vertraut darauf: "Geeintes Gebet ist eine Macht, die Gottes Barmherzigkeit auf diese Welt herabzieht"! Freilich, dieses geeinte Gebet sollte von vier Impulsen begleitet sein: 1. Vor jeder Bitte an Gott müsste die Bereitschaft zur eigenen Bekehrung stehen. 2. Ein wichtiges Anliegen ist ebenso das gebet und Opfer für die Bekehrung der Menschen zu Gott. Denken wir dabei auch an das Goethe-Wort: "Das eigentliche, einzige und tiefste Thema der Welt und Menschengeschichte, dem alle übrigen untergeordnet sind, bleibt der Konflikt des Unglaubens und Glaubens." 3. Natürlich wird das Gebet auch von entsprechendem Handeln begleitet sein - einige Artikel geben dazu Hinweise. 4. Sollten wir uns bemühen, 2009 ein neues Mitglied zu werben. Die Zahl der Beterinnen und Beter darf nicht geringer werden. Bewusst haben wir ein frohes Blumenbild auf die Titelseite gesetzt, denn: "Es muss ja alles gut werden, weil Christus auferstanden ist" (S. Kierkegaard). Ihnen eine fruchtbringende Fastenzeit und ein die Hoffnung stärkendes Osterfest
WEIHE AN DIE GOTTESMUTTER - DIE GROSSE WENDE Vorgeschichte: Am 13. Mai 1981 (Fatimatag) wurde auf Papst Johannes Paul II. ein Attentat verübt: Doch eine "mütterliche Hand" lenkte die Kugeln so, dass der Heilige Vater zwar schwer verletzt wurde, aber am Leben blieb. Ein Jahr später stattete der Heilige Vater zum Dank Fatima einen Besuch ab und empfahl die Welt der Gottesmutter. Am 25.März 1984 erneuerte der Papst diese Weihe feierlich in Rom und bat alle Bischöfe der Welt, diese Weihe mitzuvollziehen. Die Geschichte soll aber weitergehen Heuer sind seit der Weltweihe des Papstes 25 jahre vergangen. Der Rosenkranz-Sühnekreuzzug hat mit anderen spirituellen Gemeinschaften den Papst gebeten, die Weihe von 1984 in geeigneter Weise zu erneuern; denn heute ist eine weltweite Wende von einem skrupellosen Kapitalismus zu einer Wirtschaftsform, die Zukunft hat (siehe den Artikel "Gibt es Auswege aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise?"), nötig. Aber diese Wende fordert zuerst eine Bekehrung der Herzen: "Das eigentliche, einzige und tiefste Thema der Welt und menschengeschichte, dem alle übrigen untergeordnet sind, bleibt der Konflikt des Unglaubens und Glaubens." (Joh. Wolfgang Goethe) Welcher Art waren die Wunder Jesu? Problemlage Mit den Wunden hat nicht nur der heutige Mensch, der von der ehernen Festigkeit der Naturgesetze überzeugt ist, seine Schwierigkeiten, sondern auch mancher Prediger. Gläubige, die genau hinhören, vermissen die Eindeutigkeit ihrer Aussagen: Wenn das Wunder von der Brotvermehrung trifft, wird über die Verpflichtung zum Teilen gepredigt, wie auch die Jünger die Brote ausgeteilt haben. An Ostern wird zur Auferstehung gesagt, dass Jesus lebt; das ist zwar richtig, aber trifft nicht die ganze Osterbotschaft, die heißt : Jesus ist mit Leib und Seele zum Leben erstanden. Wunder und Glaube Nun wird in der heutigen Diskussion der Zusammenhang von Wunder und Glaube in Frage gestellt. Wunder, so sagt man, setzen den Glauben voraus, wollen ihn aber nicht begründen und stützen. Als Paradebeispiel wird das Verhalten Jesu in Nazaret angeführt, wo er "wegen ihres Unglaubens" nicht viele Wunder wirken konnte (vgl. Mt 13,57; Mk 6,5f). Wegen der Wirkkraft des Glaubens sagte Jesus zu den Geheilten: "Dein Glaube hat dir geholfen" (Mk 5,34;2,5;9,23;11,24). Wunder heute? Nicht wenige fragen, warum nur zur Zeit Jesu Wunder geschehen sind und nicht auch in unseren Jahrhunderten. Jesus hat die Apostel ausgesandt, Kranke zu heilen (vgl. Mk 6,12f) und verheißt den Gläubigen wirksame Zeichenhandlungen (vgl. Mk 16,17f.20). In der Apostelgeschichte wird von Wundern der Apostel berichtet, die denen Jesu ähnlich sind. Auf die Frage ist zu antworten: Es geschehen auch heute noch Wunder. Dafür einige Beispiele: Verschiedene Formen von Wundern Wunder beruhen immer auf einem besonderen Einwirken Gottes in das Weltgeschehen. An sich könnte man schon die Erhörung einer Bitte als Wunder bezeichnen, etwa die Errettung aus einer Gefahr. Oder ein Kranker betet um Heilung, wird gesund und ist überzeugt, dass Gott ihm geholfen habe. Diese subjektiv und auch objektiv möglicherweise zutreffende Überzeugung von einer gottgewirkten Hilfe schließt den Erfolg natürlicher Heilungsbemühungen nicht aus, in der Regel sogar ein. Zwischen der allgemeinen Gebetserhörung und dem Wunder bestehen Gemeinsamkeiten: Vertreter eine naturgesetzlich geschlossenen Weltbilds lehnen beide ab; ebenso wird in beiden Fällen aus einer Not heraus Gott angerufen. Doch lässt sich bei einer Gebetserhörung der übernatürliche Eingriff nicht beweisen. Bei der Klassifizierung der Wunder stehen den Gebetserhörungen auf der anderen Seite die Naturwunder gegenüber. Dazu sollen nicht jene Phänomene gerechnet werden, bei denen man bei günstigsten Zufallsbedingungen eine natürliche Erklärung finden kann (etwa bei noch weiter entwickelter Kenntnis der Wissenschaft). Vielmehr seien strikt und eingeengt nur Phänomene wie Totenerweckung oder Vermehrung- und Zuwachswunder gemeint, die letztlich eine Schöpfung aus dem Nichts voraussetzen. Dazu wird die Wissenschaft auch in der Zukunft nicht in der Lage sein.
DIE PSALMEN entdecken So spricht der Herr zu meinerm Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße. Der Psalm lässt hier einen prophetischen Sprecher auftreten, der einen Gottesspruch seinem Herrn (dem König) vorträgt. In der zitierten Gottesrede fordert Gott den Angesprochenen auf, sich zu seiner Rechten zu setzen. Das "Sitzen" Gottes auf seinem Thron bedeutet seine universale Herrschaft. Das Platznehmen zur Rechten Gottes bedeutet Teilnahme an seiner Herrschaft. Diese Herrschaft ist überwindung des Chaos. Die feindlichen Könige sind Repräsentanten dieses Chaos. Die gemeinsame Königsherrschaft Gottes mit dem Zionkönig kommt dadurch zum Ausdruck, dass Gott dem König die Feinde als Fußschemel hinlegt. Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: "Herrsche inmitten deiner Feinde!" Nun wird von Gott in der dritten Person gesprochen. Das "Zepter deiner Macht" ist königliche Herrschaftsinsignie. Die Macht hat dieser "Stab" (siehe den Stab des Mose), weil Gott selbst diesen Herrscherstab gegen die Feinde des Zionkönigs erhebt; freilich wirkt hier Gott mit dem König zusammen, sodass sich Letzter inmitten seiner Feinde durchsetzen kann. So soll der König herrschen: Unterwerfung der Feinde zum Wohl bzw. Frieden des eigenen Königreichs. Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, (wenn du erscheinst) in heiligem Schmuck; ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, wie den Tau in der Frühe. Der Herr hat geschworen und nie wirds ihn reuen:"Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks." Die Verse beinhalten die Hauptanliegen des Psalms: Der König Gottes ist kraft göttlicher Setzung auch Priester und zwar von Anfang an und in alle Ewgkeit. Er wird bereits in der Fürstenwürde geboren und zugleich kommt ihm die Priesterwürde - ausgedrückt durch die liturgische Gewandung - vom Mutterschoß an zu.
Der Herr steht dir zur Seite; er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes. Er hält Gericht unter den Völkern, er häuft die Toten, die Häupter zerschmettert er weithin auf Erden. Er trinkt aus dem Bach am Weg; so kann er (von neuem) das Haupt erheben. Der Vers 5 bringt eine neue Szenerie: Gott tritt zur Rechten des Königs, um ihm in der Auseinandersetzung mit den Königen der Erde die offene Flanke zu schützen, ja selber - freilich in Aktionseinheit mit dem König - den Kampf zu führen. Der "Zorntag Gottes" ist nach Zef 2,2f der kommende Gerichtstag Gottes, der allgemein an den Heidenvölkern vollzogen wird. Vers 7 spricht nur mehr vom König. Das Haupt erheben ist Gebärde des Sieges. Der "Bach" ist eine endzeitliche Erwartung:"Wasser brechen in der Wüste hervor und Bäche in der Steppe" (Jes 35,6). Damit ist jedenfalls eine dem König geschenkte Lebens- und Siegesmacht gemeint, die dem König im Endkampf geschenkt wird. P.Benno Mikocki
Margaret Clitherow Sie wurden zersägt, zerstückelt, gehängt, verbrannt, vergiftet, ertränkt, erstochen, erschossen: Heilige. Margaret Clitherow aus York an der Ostküste Englands erlitt im Jahr 1586 - erst 30-jährig - den Tod durch Zerquetschen. Papst Pius XI. sprach die Märtyrerin 1929 selig, von Papst Paul IV. wurde sie 1970 heilig gesprochen. Margaret heiratete 1571 den Fleischhauer John Clitherow. Dre Jahre nach der Hochzeit konvertierte sie von der anglikanischen Kirche zum Katholizismus und öffnete ihr Haus für katholische Priester und Messfeiern. Seit 1585 gab es jedoch ein Gesetz gegen Jesuiten, Priester und "ungehorsame Personen". Es galt als "Landesverrat", wenn sich ein Priester innerhalb des Herrschaftsgebietes der Queen aufhielt. Richter Clench verlas den Text: "Sie werden ... im tiefsten Teil des Gefängnisses nackt auf den Rücken gelegt, und es werden so viele Gewichte auf sie gelegt, wie sie ertragen können. So sollen sie drei Tage ohne Essen und Trinken bis auf etwas Brot und Wasser liegen und am dritten Tag bis zum Tod zerdrückt werden, mit den Händen und Füssen an Pfosten gebunden und mit einem spitzen Stein unter dem Rücken." Margaret Clitherow erwiderte freundlich: "Wenn dieses Urteil Ihrem Gewissen entspricht, bete ich dafür, dass Gott ein besseres Urteil für Sie bereithält. Ich danke Gott von Herzen dafür." Ihre Strümpfe und Schuhe erhielt die älteste Tochter Anne, um ihr anzudeuten, dass sie in die Fußspuren ihrer Mutter treten und ihr Leben in den Dienst Gottes stellen sollte. Am Freitag, den 25. März 1586, Fest Mariä Verkündigung, kamen die Vögte um acht Uhr morgens und sahen, dass Margaret Clitherow als verheiratete Frau nicht die übliche Haube trug, sondern ihr Haar mit Bändern gebunden hatte - wie eine Braut vor der Hochzeit. Der für die Hinirchtung verantwortliche Vogt Gibson stand überwältigt und weinend an der Tür. Sein Stellvertreter Fawcett unternahm einen letzten Versuch: "Sie müssen sich besinnen und gestehen, dass sie wegen Landesverrats sterben werden." Darazf Margaret Clitherow: "Nein, nein, mein Herr, ich sterbe für die Liebe meines Herrn Jesus." Die Gewichte wurden just in der Todesstunde des Herrn entfernt: 15 Uhr. Georg Spiegelhofer
„BETENDES GOTTES VOLK“ Nr. 236/2008/4
"Mutti, heute haben wir im Religionsunterricht von einem ,ungepflegten Gefängnis´gehört." Nach einigem Nachfragen bekommt die Mutter heraus, was ihre Tochter eigentlich meinte: Sie hatte von der "Unbefleckten Empfängnis" gelernt, diesen Ausdruck aber absolut nicht verstanden. In dieser gefährlichen Situation wollte Gott den Menschen nicht ohne Hilfe lassen. Es ist hier nicht möglich, diese Hilfe Gottes in der langen Menschheitsgeschichte darzustellen. Nur eines lehrt uns die Bibel: Der Mensch lehnte diese Hilfe in wachsendem Maß ab, bis es zu einem totalen Bruch kam. Wir wissen aus der Geschichte, wie viel Unheil ein einzelner Mensch in die Welt bringen kann. Durch die Abwendung von Gott breitete sich die Sünde immer mehr aus. Dem Anwachsen der Sünde unter den Völkern setzt Gott eine Rettungsaktion entgegen: Das auserwählte Volk Israel sollte zeigen, dass es zum Segen wird, wenn man mit Gott und seiner Weisung lebt. Doch Israel lief lieber den Götzen nach, als Gott zu gehorchen: "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht" (Jes 1,3). Doch gab es im auserwählten Volk einen heiligen Rest, der Gott die Treue hielt: Denken wir an die Propheten, die Psalmdichter, Elisabet, Zacharias, Simeon und Hanna. Unter diesen Gerechten ragt aber eine heraus, die Gott von Anfang ihres Daseins an mit dem Heiligen Geist beschenkt hatte - und doch war sie vorbereitet durch die lange Geschichte Gottes mit seinem auserwählten Volk. Konkret: Haben nicht auch die Eltern Mariens durch ihre religiöse Erziehung dazu beigetragen, dass Maria ihr großes "Ja" zum Plan Gottes sprechen konnte? Denn die Erbsündefreiheit Mariens hob ihren freien Willen nicht auf, auch Maria war nicht frei von Versuchungen - wie Jesus; sonst wäre ihr "Ich bin die Magd des Herrn" ja nicht freiwillig und ohne ihr Verdienst. Was bedeutet aber die Erbsündefreiheit Mariens - die Unbefleckte Empfängnis - für uns? Sünde bedeutet, sich dem Angebot Gottes, im letzten Jesus, dem Retter der Welt, zu verschließen. Als Folge davon können wir mit unseren Bestrebungen nicht fertig werden - werden zum "Trottel unserer Instinkte", wie es ein Naturforscher ausgedrückt hat. Maria möchte uns helfen, möglichst radikal (aber nicht unvernünftig) zu Jesus und dem Wort der Bibel "ja" zu sagen. Das Mittel dazu ist das Beten des Rosenkranzes, der aber zunächst unser eigenes Leben ändern soll. Freilich will die Unbefleckte Empfängnis durch den Rosenkranz auch die Liebe zur Bibel in uns wecken. Mit herzlichen Grüssen Der Rosenkranz - Zusammensein mit Gott (3) Betrachtungen zum freudenreichen Rosenkranz 1. Jesus, den du o Jungfrau vom Heiligen Geist empfangen hast Am Anfang unserer Erlösung steht ein großes Erschrecken: Maria erschrickt, als sie der Engel Gabriel besucht. Maria hat nicht damit gerechnet, sie hat sich diesen Augenblick nicht herbeimeditiert. Vielleicht war sie bei der Hausarbeit oder hat sie in der Heiligen Schrift gelesen, wir wissen es nicht. Gewiss ist nur, dass sie zutiefst erschrak, als der Engel Gottes bei ihr eintrat. Das Erschrecken Mariens ist etwas Heiliges, denn es sagt uns, dass Gott selbst in diesem Augenblick in die Geschichte eintritt. Gott ist nicht eine Phantasievorstelung; nein, der allmächtige Gott ist eine Wirklichkeit. Er wirkt in unsere Welt hinein, indem er uns erlösen möchte. 2. Jesus, den du o Jungfrau zu Elisabet getragen hast Seit ihrem "Fiat - Mir geschehe" trägt Maria in ihrem Leib den Heiland und Retter aller Menschen. Jesus heißt "Gott rettet". Und Maria ist seine Mutter. Doch bei all dieser Ehre versinkt Maria gerade nicht in faule Selbstzufriedenheit. Sie hat begriffen, dass diese rettende Liebe in ihrem Schoß zu allen Menschen gelangen möchte. Maria spürt, dass es unserer Mitarbeit bedarf. Im Evangelium heißt es daher, dass Maria sich danach bald aufmachte und in das Bergland von Judäa eilte (Lk 1,39). Warum? Weil sie vom Engel gehört hat, dass ihre Verwandte imsechsten Monat schwanger ist und Hilfe braucht! Wer wirklich die Liebe in sich trägt, der möchte sie zu anderen tragen. Kaum hat Maria Jesus in ihrem Leib empfangen, da gibt sie uns ein Beispiel des Apostolates: Maria eilt davon, den anstrengenden Weg in das bergland hinauf, weil sie weiß: ihre Verwandte Elisabet braucht Hilfe. Wer Jesus in sich trägt, der darf nicht faul und träge sein, sondern der muss hinaus eilen in die Welt, um seine Liebe hinauszutragen. Als Maria bei Elisabet ankommt, grüßen sich die beiden Frauen, die beide schwanger sind. Wo Jesus hinkommt, dort entsteht Freude. Daher hüpft der kleine Johannes im Leib der Elisabet. Und Elisabet preist Maria als "Mutter meines Herrn". Das Geheimnis der Heimsuchung Mariens mahnt uns, dass auch wir eilen sollen, um Jesus in die Welt zu tragen. 3. Jesus, den du o Jungfrau zu Betlehem geboren hast Jesus wird in Betlehem in die brutale Kälte hineingeboren, um derentwillen er neun Monate vorher im Leib seiner Mutter Maria Mensch geworden ist: Obwohl Maria hochschwanger ist, wird sie mit Josef eiskalt abgewiesen. In keiner Herberge ist Platz für das heilige Paar, harte Herzen sind verschlossen gegenüber dem Leben und der Liebe. Und gerade darin beginnt das Geheimnis der Umwandlung: Eine finstere Höhle, die für das Vieh bestimmt ist, wird zum Geburtsort des Sohnes Gottes. Über dem dunklen Stall beginnt der Himmel zu strahlen, als Gottes Engel der Welt "eine große Freude" (Lk 2,10) verkündet: Das Licht der Welt, das alle Menschen erleuchtet, ist sichtbar erschienen. Jesus ist ganz klein. Der ewige Sohn des Vaters, den die Himmel nicht fassen können, passt in eine Krippe. Der allmächtige Gott hat sich so menschlich gemacht, dass er in Windeln gewickelt werden muss. Der erhabene Gott hat sich so armselig gemacht, dass Ochs und Esel, lumpige Hirten und Schafe seine Gesellschaft sind. Mit Maria und Josef, den Hirten und Engeln beten wir seither in der Kleinheit und Armseligkeit des Christus-Kindes in der Krippe die unfassliche Größe Gottes an. Mit der Geburt zu Betlehem beginnt auch schon der Leidensweg dieses Kindes, der Jesus schließlich an das Kreuz führen wird. Das Geheimnis von Weihnachten lehrt uns, dass wir die unfassliche Größe der Liebe Gottes nur in seinem Kleinwerden für uns erfassen können. 4. Jesus, den du o Jungfrau im Tempel aufgeopfert hast Am vierzigsten Tag nach der Geburt erfüllen Maria und Josef, was im Gesetz des Mose jedem Juden geboten ist: eine männliche Erstgeburt Gott im Tempel zu weihen. Der Tempel ist für die Juden der Ort, wo Gott wohnt. In den Tempelhallen der Heiden standen Götzenstatuen der Götter, doch das Allerheiligste im Tempel von Jerusalem war leer. Denn Gott ist unsichtbar, er wohnt nicht auf Erden sondern thront über den Himmeln. Doch was Maria und Josef jetzt in den Tempel bringen, das ist der menschgewordene Sohn Gottes, in diesem Kind ist die Fülle Gottes herabgestiegen auf die Erde und Mensch geworden. Bei der Aufopferung Jesu im Tempel geschehen heilige Zeichen: Der gerechte Simeon nimmt das Kind in seine Arme und preist Jesus als das "Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für dein Volk Israel" (Lk 2,32). Weil Maria und Josef arme Leute sind, können sie nicht ein Schaf opfern, sondern nur ein paar Tauben (Lev 12,8). Und doch ist dieses kleine Opfer bereits ein Bild für das große und größte Opfer: Das Opfer, das dieses jetzt noch so kleine Kind dreiunddreißig Jahre später in Jerusalem darbringen wird, das Opfer des menschgewordenen Gottessohnes am Kreuz. Wir bewundern die Gesinnung Mariens: sie ist opferbereit und hält ihr Kind ganz Gott hin. Und Simeon prophezeit ihr , dass noch größere Opfer auf sie warten: ein Schwert wird ihre Seele durchdringen (Lk 2,35)! Jetzt trägt Maria noch das kleine Jesuskind in den Armen, unter dem Kreuz aber wird sie sich mit dem noch größeren Opfer ihres Sohnes mütterlich verbinden. Das Geheimnis der Aufopferung Christi bezeugt uns, dass Gott aus unserer Haltung der Opferbereitschaft Großes zu wirken vermag. 5. Jesus, den du o Jungfrau im Tempel wiedergefunden hast Ein Sprichwort sagt: "Solange dein Kind klein ist, gib ihm Wurzeln; wenn es groß wird, gib ihm Flügel." Jesus ist nicht ein gewöhnlicher Mensch, sondern der Sohn Gottes. Er ist Gott, der in allem uns gleich sein wollte, deshalb wurde er in die Geborgenheit eines mütterlichen Leibes hinein Mensch. Und er wurde Mensch inmitten einer menschlichen Familie: Maria ist wirklich seine Mutter, und Josef sorgt wirklich wie ein Vater für ihn. Bei der Rückkehr von der Wallfahrt nach Jerusalem erschrecken beide, als sie merken, dass der heranwachsende Jesus verschwunden ist. Maria und Josef sind gute Eltern. Sie machen sich große Sorgen um ihr verlorenes Kind. Sie druchleiden die Ängste aller Eltern der Welt, die um ihre Kinder bangen, als sie Jesus drei Tage lang verzweifelt suchen. Schließlich finden sie den jungen Jesus, wie er mitten im Tempel die Schriftgelehrten mit seinen klugen Antworten in Staunen versetzt. Jesus ist kein gewöhnlicher Mensch, er ist Gottes Sohn in Menschengestalt. Wer ihn findet, der findet Gott. Als Maria und Josef Jesus im Tempel wiederfinden, erteilt er eine Belehrung die uns allen gilt: "Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?" (Lk 2,49). Maria lernt sofort und bereitwillig, denn von ihr heißt es, dass sie all das in ihrem Herzen bewahrt. Vom Geheimnis des wiedergefundenen Jesus lernen wir, dass wir an Jesus Christus als den menschgewordenen Sohn Gottes glauben müssen, um die Nähe Gottes zu finden. P. Karl Josef Wallner OCist Der einzige Retter der Welt Gedanken zum Evangelium der Heiligen Nacht
Die Geburt Jesu "Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war" (Lk 2,6f). Sehr schlicht wird die Geburt Jesu geschildert. Das Wickeln in Windeln soll andeuten, dass Jesus auch wahrer Mensch war, in allem uns gleich außer der Sünde. Mit der Herberge (Katalyma) ist ein Ort bezeichnet, an dem man sich vorübergehend aufhält, wenn man unterwegs und nicht zu Hause ist. Es könnte an eine Unterkunft gedacht werden, die über eine Höhle erbaut war. Da der Wohnraum überbelegt war, hätte man in den erdgeschossigen Höhlenraum, der normalerweise als Stall diente, ausweichen müssen. Dieser Deutung entspricht auch eine Nachricht beim Kirchenschriftsteller Origenes: "Gezeigt wird die Höhle in Betlehem; dort wurde er geboren und die Futterkrippe dort wurde er gewickelt." Das Kind wird "ihr erstgeborener Sohn" genannt; dies muss theologisch verstanden werden. Nach dem Gesetz des Mose ist jede Erstgeburt Gott geweiht. Gott offenbart die Größe dieser Geburt Schlicht wurde die Geburt Jesu erzählt. Nun aber soll ihre wahre Bedeutung ans Licht kommen. Unterhalb Betlehem wüstenwärts ist seit altersher Weideland. In der nächtlichen Wache gegen Räuber und wilde Tiere pflegten sich die Hirten abzuwechseln. Diesen einfachen Menschen wird nun durch einen Engel die große Offenbarung über die wahre Bedeutung des Wickelkindes zuteil. Offenbart sich Gott nicht mit Vorliebe gerade den armen und schlichten Menschen? Himmlischer Lichtglanz umstrahlt den Engel. Große Freude verkündet der himmlische Bote - hier klingt erstmals das "Evangelium" - die "Frohe Botschaft" - auf. "Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias der Herr" (Lk 2,11). In welchem Sinn Jesus Retter ist, wird das weitere Evangelium zeigen: Er befreit von Sünde und Tod. Die jüdischen Könige wurden gesalbt, sie waren Gesalbte, hebräisch Messiach, griechisch Christos. Allerdings hatte Israel mit seinen "Messiassen" kein Glück: Die meisten von ihnen entsprachen nicht der hohen Würde, "Gesalbte des Herrn" zu sein. Und nun war zu allem Unglück Israel noch ein besetztes Land; zwar unter der Herrschaft eines Königs von Roms Gnaden, Herodes, der aber kein Gesalbter des Herrn, kein Messias, war. In Teilen der Bevölkerung wurde daher die Sehnsucht nach einem kommenden Messias wach, der in Gerechtigkeit herrschen und Frieden bringen würde. Das Kind im Futtertrog ist nun dieser Messias, allerdings wird er anders herrschen, als man es erwartete. Es ist der "Messias, der Herr". Kyrios - Herr - ist im Alten Testament eine Bezeichnung für Gott. Der Ausdruck in der Botschaft des Engels soll vielleicht zunächst eine besondere Nähe des Messiaskindes zu Gott ausdrücken. Gott offenbart sich in Zeichen Die Hirten erhalten vom Engel den Hinweis auf ein Zeichen, das die Botschaft bestätigen soll. Im vorliegenden Fall vermisst man jedoch das Außergewöhnliche, das Gottes wunderbares Handeln erst sichtbar zu machen vermag. Möglicherweise soll hier deutlich gemacht werden, dass Gott sich auch im Unscheinbaren offenbaren kann: Der Heiland - Messias - Herr kommt als schwaches Kind zur Welt. Handelt Gott nicht immer wieder so? Denken wir zum Beispiel an die heilige Eucharistie. Noch nie Dagewesenes Mit der gleichen Plötzlichkeit, die himmlischen Erscheinungen eignet, ist in dem den Engel umstrahlenden Lichtglanz die Fülle des himmlischen Heeres ansichtig. "Lukas beschreibt noch nie Dagewesenes und bringt dadurch die Bedeutung der Geburt Jesu zum Ausdruck: Die Distanz, die Himmel und Erde voneinander trennt, ist für einen Augenblick aufgehoben..." (Wolter). Was ist der Inhalt des Lobgesangs der Engel? Gott selbst verherrlicht nun seinen Namen, indem er das Heil verwirklicht und die Himmlischen verherrlichen und preisen ihn darob. Der Friede, der jetzt auf Erden verwirklicht werden soll, meint mehr als die Beseitigung von Krieg und Streit, er meint das volle Heil, das mit der Geburt des Kindes in der Krippe seinen Anfang nimmt. Ist die Welt anders geworden? So fragen Menschen zweifelnd, wenn sie das Weihnachtsevangelium hören. Zunächst: Wer sich Jesus und seinem Wort anvertraut, in dessen Leben verändert sich etwas, das können viele Menschen bezeugen. Es gibt heute etwa 1,5 Milliarden Menschen, die sich Christen nennen. Wie würde die Welt aussehen, wenn sie sich nicht nur Christen nennten, sondern auch nach dem Beispiel und Wort Jesu Christi lebten? 2009 - 20 Jahre Fall der Berliner Mauer, Zusammenbruch des atheistischen Kommunismus. Um die "größte aber unblutige Revolution" (Kardinal Wetter) haben aber Millionen Menschen gebetet und geopfert. Wir könnten auch heute manches nicht nur in der Welt, sondern vor allem in der Kirche zum Guten wenden, wenn wir so wie Maria und Josef sowie die Hirten der Botschaft Glauben schenkten: "Heute ist euch der Retter geboren". Und wie Papst Johannes Paul II. erweiternd sagt: "Der einzige Retter der Welt." P. Benno Mikocki OFM Herbergsuche
Ein Brauch der vorweihnachtlichen Zeit war das "Herbergsuchen". Dabei soll an die vergebliche Suche nach einer Herberge in Betlehem erinnert werden. Den Brauch gibt es seit dem Mittelalter. Zumeist wird dabei eine bildliche Darstellung von Maria und Josef von Haus zu Haus getragen und jeweils für einen Tag als "Gast" aufgenommen. Mancherorts wurde der Brauch - auch in Ermangelung von genügend Bildern - verändert. Dann gingen die Mädchen des Ortes in mehreren Gruppen von Haus zu Haus und sangen die Erzählung von der Herbergsuche. So auch in einem Dorf im Burgenland. In den Wochen vor Adventbeginn wurde geprobt. Wer darf heuer die Maria singen? Wer den Josef? Und wer den Wirt? Schaffen wir den Chor mehrstimmig? Für die Sängerinnen waren schon die Proben spannend. Und dann ging es im Advent los. Jede Gruppe war für einen Teil des Dorfes zuständig. In den meisten Häusern wurden die Sängerinnen schon freudig erwartet. Sie wurden in die gute Stube geführt, in der sich alle versammelt hatten. Manchmal waren kleine Aufmerksamkeiten hergerichtet, ein Teller mit weihnachtlichem Gebäck oder Nüssen. Wenn auch der bettlägerige Großvater zuhören wollte, konnte es sein, dass die Mädchen in seine Kammer geführt wurden, wo sich dann alle zusammendrängten. Die alte Kathl-Moam ( = Großmutter) war eine besonders fromme Frau. Bei ihr wurde nach dem Lied von der Herbergsuche jedes Jahr auch noch der "Engel des Herrn" gebetet. Natürlich gab es auch weniger angenehme Erlebnisse. Wenn etwa die Sängerinnen gar nicht ins Haus gelassen wurden, sondern gleich im Hof singen mussten, während daneben der Hofhund an seiner Kette zerrte. Bei einem alten Bauern hat sich folgendes zugetragen: Als die Mädchen kamen, sahen sie von außen, dass in der hinteren Stube Licht brennt. Die Tür war, wie damals üblich, nicht verschlossen. Also traten die Mädchen ein. Sie tappten durch die Küche und die große Stube auf das Licht zu. Die Tür zur Schlafstube stand einen Spalt offen. Die Mädchen nahmen davor Aufstellung und begannen zu singen. Gerade schmetterte der Wirt sein "Was wollt ihr dann?, da wurde die Tür aufgerissen und der alte Mann stürzte, seinen Stock als Waffe hoch erhoben, aus seiner Kammer. Dabei stieß er unverständliche Worte aus. Der Schreck fuhr den Mädchen in die Glieder. Die Gestalt im weißen Hemd, nackten Füssen und zerzausten weißen Haaren jagte einem aber auch Angst ein. Die Sängerinnen wandten sich zur Flucht durch die finsteren Räume. Der Alte immer hinter ihnen her. Die Mädchen rannten auch noch, als sie schon aus dem Haus waren. Erst nach einigen Metern blieben sie stehen und blickten zurück. Immer noch konnte man den alten Mann den Stoch drohend erhoben in der Tür stehen sehen. "Jedes Jahr dasselbe!", erklärte eine der Sängerinnen. "Aber wehe wir kommen nicht", meinte eine andere. "Dann wird er erst richtig böse!" Heute wird der Brauch des "Herbergsuchens" noch in mancher Landgemeinde gepflegt. Aber auch in einigen Stadtpfarren versuchen verschiedene Gruppen durch die Wiederbelebung des Herbergsuchens" das eigentliche Zentrum des weihnachtlichen Geschehens wieder ins Bewusstsein zu rücken. Dabei wird ein Bild von Maria und Josef zu einer Familie gebracht, wo es für einige Tage bleibt. Es erhält meist einen geschmückten Ehrenplatz und soll zu gemeinsamen Gebet und Betrachtung anregen. Schließlich trägt die Familie es zu einer anderen, wo es unter Gebet und Gesängen in Empfang genommen wird. Der Brauch soll so nicht nur das Gebet innerhalb einer Familie unterstützen, sondern auch zu einer kleinen religiösen Feier mit anderen animieren. Gerade heute, wo das Rundherum so überbordend ist, ist es wichtig, die Gedanken auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der tiefere Gedanke, der sich in der Darstellung von der vergeblichen Suche nach einer Herberge von Josef und Maria auftut, ist ja jenseits von manchmal auch kitschigen Darstellungen einer, der uns immr wieder betroffen machen kann: "Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf" (Joh 1,11) Regina Bauer
„BETENDES GOTTES VOLK“ Nr. 235/2008/3
Lourdes, 24.Februar 1858: Die Botschaft der "Dame" lautet: "Buße, Buße, Buße! Beten Sie für die Sünder! Küssen Sie die Erde zur Buße für die Sünder." Und bei der Erscheinung am 25. Februar wird diese Mahnung zur Buße noch weitergeführt. Bernadette erzählt: "Sie sagte mir, ich solle zur Quelle gehen und daraus trinken. ... Ich fand nur ein wenig schlammiges Wasser. Erst beim vierten Versuch konnte ich davon trinken. Sie forderte mich auch auf, ein Kraut zu essen, das in der Nähe der Quelle wuchs. Dann entschwand die Erscheinung, und ich ging weg." Auf die Frage: "Weißt du, dass man dich für verrückt hält, wenn du so etwas machst?" antwortete sie nur: "Das ist für die Sünder." Boden küssen, aus einem Tümpel trinken, Gras essen - stößt uns diese Form der Buße nicht ab? Oder zumindest: Wir verstehen sie nicht. Lassen Sie mich einiges - hoffentlich klärendes - dazu sagen. Zunächst: Das Wichtigste von Lourdes ist doch, dass gleichsam der Himmel sich öffnete und Bernadette die Heilige Maria schauen durfte. Wie sagt die Seherin bei der letzten Vision: "Nie sah ich sie so schön!" Buße: Das bedeutet zunächst Besserung des eigenen Lebens. Und Lourdes gibt uns hierzu eine Anleitung: Glaubt und hofft doch lebendiger auf den Himmel, euer Ziel! Schön schreibt Papst Benedikt XVI. in seinem Rundschreiben über dieses Ziel: "Es wäre der Augenblick des Eintauchens in den Ozean der unendlichen Liebe, in dem es keine Zeit, kein Vorher und Nachher mehr gibt. Wir können nur versuchen zu denken, dass dieser Augenblick Leben in vollem Sinn ist, immer neues Eintauchen in die Weite des Seins, indem wir einfach von der Freude überwältigt werden." Muss ich angesichts des schwachen Glaubens an diese Verheißung nicht Buße tun? Aber wie? Dazu einige Tipps: Zunächst verinnern wir alle Texte der Heiligen Schrift, die vom Himmel sprechen, zum Beispiel: "Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll." (Röm 8,18). So schreibt der Apostel Paulus, der ein Stück Himmel schauen durfte. Weiters: Denken wir daran, dass jede Begegnung mit Jesus (vor allem in der heiligen Eucharistie), mit Gott, den Heiligen ein Aufstieg in den Himmel ist. Bitten wir - vor allem im glorreichen Rosenkranz - innig um Stärkung unserer Hoffnung. Und schließlich: Beachten wir auch kleine Freuden als Vorahnung der endgültigen Freude, in die wir am Ende unseres irdischen Lebens eintauchen dürfen. Ist es nicht einleuchtend, wenn Gott uns einmal so viel schenken will, dass er uns dann hier einiges abverlangt - "die Leiden dieser Zeit..."? Damit ist freilich noch nicht die eigentliche Aussage der eingangs genannten Erscheinungen getroffen: Gebet und Opfer für die Sünder; und zwar keine leichten Opfer. Dahinter steht die sehr ernste Wahrheit, dass der Mensch sein Ziel verfehlen kann: "...fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann" (Mt 10,28). Der eindringliche Ruf zur Buße galt nicht nur der heiligen Bernadette, er ist heute aktueller den je. Zunächst bedeutet aber Buße (oder Sühne), das Gewöhnliche außergewöhnlich gut zu tun, weiters Unangenehmes, Schweres tapfer zu ertragen und wenn uns die Gnade dazu antreibt, selbstgewählte Opfer zu bringen; alles aber mit Jesus! Allerdings hat Buße/Sühne auch eine positive Seite: Alles schwere meines Lebens bekam einen Sinn, wenn ich es mit dem Leiden Christi verbinde; ich kann Menschen dadurch retten vor dem Verderben; wenn dies viele tun, werden es viele sein; ja in Fatima werden wir belehrt, kühner zu bitten: "Führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen." Allerdings dürfen wir nur dann so beten, wenn wir uns bemühen, Buße zu tun und Sühne zu leisten. Mit herzlichen Grüßen und Segen bleibe ich Ihr P. Benno OFM Der Rosenkranz - Zusammensein mit Gott (3) Betrachtungen zum lichtreichen Rosenkranz 1.Jesus, der von Johannes getauft worden ist
Schau mit den Augen deines Herzens auf den offenen Himmel über Jesus: Du siehst einen gewöhnlichen Menschen, - doch der ist er nicht: Der sich da von Johannes zur Taufe niederbeugt, ist der ewige Sohn des ewigen Vaters, er ist Gott von Gott, Licht vom Licht, eines Wesens mit dem Vater von Ewigkeit. Ab jetzt wird Jesus selbst durch Wunder und Zeichen öffentlich machen, wer er wirklich ist. Darum musst du die Nähe Jesu in deinem Leben suchen. Nur dann lebst du unter einem offenen Himmel. Und als Jesus dann nach drei Jahren des öffentlichen Wirkens am Kreuz stirbt, da hat sich der Abgrund der Gottheit endgültig für uns geöffnet: Aus dem durchbohrten Herzen Jesu fließt der neue Jordan hervor: das Wasser der Taufe, das über dich schon geflossen ist, um dir neues Leben zu schenken. 2. Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat Jesus wirkt sein erstes Zeichen bei einer Hochzeit. Maria ist die Eingeladene, ihr Sohn Jesus und dessen Jünger begleiten sie. Immer wieder ist Jesus zu Gast bei den Menschen, den einfachen, den reichen, den angesehenen und den verachteteten. Und Jesus liebt das Feiern. Bei diesem Fest ist es wie im Leben: es gibt Pannen und Peinlichkeiten. In dem Fall geht der Wein aus. Wein steht für Lebensfreude, Lebenssinn, Lebensfülle. Eine Hochzeit ohne Wein ist wie die Sonne ohne Strahlen. Es ist Maria, die Jesus auf diesen Mangel aufmerksam macht. Du musst das schon einmal von Maria lernen: Wenn du etwas dringend brauchst, dann geh zu Jesus; vertraue dass er es geben kann. Maria bittet Jesus, weil sie ihm alles zutraut. Freilich: Gott hat seine eigenen Regeln. Er ist kein Dosen Automat, wo man oben eine Bitte einwirft und unten rollt die Getränke-Dose heraus... Obwohl Jesus scheinbar abwesend ist, gibt Maria den Dienern die Weisung: "Was Jesus euch sagt, das tut." Das ist der gute Rat Marias für dich und für alle, die sich Christen nennen: Was er sagt, das müssen wir tun! 3. Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat Das allererste Wort, das Jesus bei seiner öffentlichen Verkündigung sagt, lautet: "Kehrt um, denn das Reich Gottes ist nahe gekommen!" Jesus meint mit "Reich" nicht ein irdisches Reich, er meint nicht ein bestimmtes Gebiet, ein gesellschaftliches Machtgebilde auf Erden. Reiche Kommen und vergehen, Herrscher treten an und treten ab, Regierungen werden gebildet und aufgelöst... Das griechische Wort "basileia" muss man am besten mit "Königsherrschaft" übersetzen. Dort, wo Gott als König in den Herzen der Menschen regiert, hat das Reich Gottes begonnen. Darum sagt Jesus auch beim Verhör vor diesem korrupten Machtmenschen Pontius Pilatus: Meine Königsherrschaft ist nicht von dieser Welt! Wo und wann beginnt das Recih Gottes? Ganz einfach: Schiebe den schweren Vorhang vor den Augen deines Herzens weg. Das Reich Gottes beginn dort in dir, wo du beginnst, wie Jesus zu lieben. Gottes Herrschaft hat noch nicht begonnen, wenn du etwas anderes über dein Leben herrschen lässt: deine Karriere, dein Anerkanntwerden, deinen Erfolg, deine Zufriedenheit, dein Bankkonto... Diesen Götzen hat Jesus den Kampf angesagt, denn sie führen zur Verhärtung deines Herzens und zu einer falschen Orientierung. Liebe Jesus von ganzem Herzen, sage ihm wie Maria, dass du ihm dienen willst, dann kann er seine Königsherrschaft in deinem Leben machtvoll aufrichten. 4. Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist Jesus steht weithin sichtbar auf dem hohen Berg. Er hat drei Jahre lang Wunder gewirkt: Lahme sind gesund aufgesprungen, die bösen Geister sind aus den Besessenen ausgefahren, Blinde wurden sehend, Lahme gehend, Taube hörend... Und nun steht er auf dem Berg, während götticher Glanz aus ihm strahlt. In Jesus ist alles in Erfüllung gegangen, was Gott verheißen hat. Darum erscheinen plötzlich Moses und Elias: Denn das Gesetz das Gott durch Mose gegeben hatte, ist durch Jesus erfüllt; und das Heil, das der Prophet Elia verkündet hat, ist durch Jesus leibhaftig anwesend. Du musst bereit sein, an der Hand der Muttergottes Jesus auf beide Berge zu folgen. Du wirst grausame Ölberg-Situationen durchleben, wo du dich von Gott und der Welt verlassen fühlst. Und du wirst Verklärungs-Erfahrungen haben, wo es dir göttlich warm ums Herz wird, weil du von den Strahlen ewiger Liebe durchstrahlt wirst. Vor dem einen brauchst du dich nicht wirklich zu fürchten; und das andere kannst du in diesem Leben nicht wirklich festhalten. Am Ende steht die ewige Verklärung, auf die dir das Aufstrahlen Jesu auf dem Tabor nur einen kleinen Vorgeschmack gibt. 5. Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat In der Nacht, bevor Jesus verraten wird, nimmt er Brot und deutet es mit den Worten: "Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird." Danach, wenige Stunden vor der qualvollen Kreuzigung, nimmt Jesus den Kelch mit Wein und deutet ihn als sein Blut: "Das ist das Blut des Neuen Bundes", und nennt sogar ausdrücklich den Zweck des Blutes: Es wird vergossen zur Vergebung der Sünden. Jesus fasst durch diese Worte über das weiße Fladenbrot und den roten Wein im Kelch alles zusammen, was er in den vergangenen drei Jahren getan hat. Sein Leben wird zum Sakrament, zum heiligen Zeichen, denn er wollte ja die Herrschaft der Liebe Gottes in den Herzen der Menschen aufrichten. Was versteht Jesus unter Liebe? Liebe ist für ihn ganz radikal. Nicht: "Ich will geliebt werden!" Sondern: "Ich will lieben!" Liebe ist für Jesus die Bereitschaft, sich von den Geliebten sogar weh tun zu lassen. Und wirklich: Jesus zeigt es uns, indem er sich von seiner eigenen Liebe zu uns Menschen nicht nur sehr weh tun lässt, sondern sich von ihr sogar töten lässt. Er schenkte Liebe und erntete das Gegenteil: feiger Verrat durch die eigenen Jünger; Verleumdung durch das eigene Volk; brutale Folter und Hinrichtung durch die heidnische Besatzungsmacht. Am Kreuz vor den Mauern Jerusalems hängt Jesus als sichtbares Mahnmal der unsichtbaren Liebe Gottes. Der menschgewordene Gotessohn stirbt am Tag vor dem Paschafest, genau zu jener Zeit, als man im Tempel tausende Lämmer schlachtet. Darum zeigt der Priester bei jeder Heiligen Messe die gebrochene Hostie: Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt. Eine größere Liebe, als wir sie in der Eucharistie feiern, gibt es nicht, denn es ist die Liebe des Selbstopfers des Sohnes Gottes an uns Sünder. Darum hat der ewige Sohn Gottes in der Kammer von Nazaret einen menschlichen Leib aus der Jungfrau Maria angenommen, um diesen seinen Leib und sein Blut jetzt für dich hingeben zu können. Maria, die Jesus dem irdischen Leib nach geboren hat, muss uns lehren, das unendliche Geschenk der Eucharistie zu schätzen. Die Muttergottes, die sich unter dem Kreuz mit dem Opfer ihres Sohnes innerlich verbunden hat, muss uns helfen, die Liebe Jesu so aufzunehmen, dass wir selbst zu radikal liebenden Menschen umgewandelt werden. P. Karl Josef Wallner OCist
„BETENDES GOTTES VOLK“ Nr. 234/2008/2
Sie war jung und voller Tatendrang. Vielleicht lag eine glänzende Karriere als Schauspielerin vor ihr. Doch dann brach die heimtückische Krankheit aus. Natürlich hoffte sie auf Heilung. Schon länger hatte sie sich mit der heiligen Bernadette Soubirous beschäftigt. Eines Tages stößt sie auf das Wort der Erscheinung an die Heilige: "Ich verspreche dir nicht, dich in dieser Welt glücklich zu machen, sondern in der anderen." Ob diese Worte auch für sie gelten würden? Vor 150 Jahren hat die heilige Maria die Worte zur 14-jährigen Bernadette gesprochen. Wie das angeführte Beispiel zeigt, haben sie auch heute noch Bedeutung. Betrachten wir sie daher genauer. "Ich verspreche dir." Im Auftrag Gottes darf die Erscheinung so sprechen. Auf Gottes Zusage darf man vertrauen: Er hält sein Wort. "Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen"(Mt 24,35). Aber nun kommt das herbe Wort, in dem Bernadette nicht das Glück dieser Welt versprochen wird. Welchen Sinn hat diese bittere Verheißung? Nehmen wir an, Bernadette hätte in Lourdes einen gut gehenden Souvenirladen eröffnet, eine Familie gegründet... Wäre dann nicht die Vermutung nahe gelegen, dass die Seherin die Erscheinungen erfunden hätte, um ihrem armen Schicksal zu entrinnen? Weiter: Erinnert uns der Zuspruch Mariens nicht an die Worte, die dem Apostel Paulus gesagt werden: "Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen" (2 Kor 12,7). Das harte Klosterleben sollte Bernadette davor bewahren, sich wegen ihrer einzigartigen Begnadung "zu rühmen". Aber liegt der tiefste Sinn des ernsten Teils der Verheißung nicht in den anderen Worten der Erscheinung, "Bete zu Gott um die Bekehrung der Sünder"? Und zum Gebet sollte Bernadette das Opfer ihres von Krankheit und vielfachem Unverständnis gezeichneten Lebens hinzufügen. Doch das Wort vom Leid war nur der eine Teil der Zukunftsdeutung der Erscheinung für Bernadette, daruaf folgt die "Frohe Botschaft": Ich werde dich glücklich machen in der anderen Welt." Das ist ja überhaupt das zentrale Thema der Erscheinungen in Lourdes: Es gibt die andere Welt! Viele Menschen - auch Christen - glauben nicht an diese andere Welt. Einen Grund dafür gibt der Papst in seinem Rundschreiben über die Hoffnung an: "Vielleicht wollen viele Menschen den Glauben heute einfach deshalb nicht, weil ihnen das ewige Leben nichts Erstrebenswertes zu sein scheint. Sie wollen gar nicht das ewige Leben, sondern dieses jetzige Leben, und der Glaube an das ewige Leben scheint dafür eher hinderlich zu sein. Ewig - endlos - weiterzuleben scheint eher Verdammnis als ein Geschenk zu sein." Demgegenüber sagt Maria: Ich werde dich glücklich machen. Wollen wir das nicht alle: Glücklich sein, ohne Furcht das dieses Glück enden könnte? Schön beschreibt der Papst dieses Glück: "Es wäre der Augenblick des Eintauchens in den Ozean der unendlichen Liebe, in dem es keine Zeit, kein Vor- und Nachher mehr gibt. Wir können nur versuchen zu denken, dass dieser Augenblick das Leben im vollen Sinn ist, immr neues Eintauchen in die Weite des Seins, indem wir einfach von der Freude überwältigt werden." Bernadette durfte eine Vorahnung dieses Glücks erfahren, das sie in dem schönen Gebet zusammenfasst: "Wie glücklich war meine Seele, o gütige Mutter, als ich dich selig betrachten durfte! Wie gerne erinnere ich mich dieser süßen Momente unter deinem Blick voll Güte und Barmherzigkeit für uns. Ja, zärtliche Mutter, du hast dich bis zur Erde herabgeneigt, du wolltest dich gerne dessen bedienen, was in den Augen der Welt das Demütigste war." Ich denke, dass die Erscheinungen der Gottesmutter in Lourdes nicht nur dem eingangs erwähnten jungen Menschen sondern vielen Tausenden, ja Millionen Menschen Trost und Mut gegeben haben - weil an diesem Gnadenort die Existenz der "anderen Welt" erfahrbar wird. Mit herzlichen Grüßen Maria bringt Frieden IRAK zwischen Höllenfahrt
Abgestumpft lassen die meisten Fernsehzuschauer die Irak-Nachrichten über sich ergehen. Nichts als Schreckensbilder. Doch sie zeigen nur die halbe Wahrheit. Im Irak schöpfen manche Menschen wieder Hoffnung. Die Zahl der Gewaltakte nimmt ab, tausende Flüchtlinge kehren zurück, und zwischen all dem Terror gewinnt der Wiederaufbau neuen Schwung. Was wird früher kommen: Der unvermeidliche US Abzug oder Erfolge beim Versuch das geschundene Land doch noch zu stabilisieren? 1921 aus der Erbmasse der Osmanen und der britischen Kolonialherrschaft entstanden, ist der Irak eine künstliche Mischung von Völkern vieler Konfessionen. Seine immensen Ölvorräte zogen stets Neid und Besitzgier an. Wie kein anderes arabisches Land ist der Irak durch hohe Bildung, Fortschrittsgeist und eine schöpferische Neigung zu Kultur und Kunst geprägt. Doch die 35 Jahre einer brutalen Diktatur haben das Zweistromland vergiftet. "Den USA" - drohte Saddam Hussein - "wird sich im Irak das Tor zur Hölle öffnen". Damit meinte er die Entfesselung der sunnitisch-schiitischen Verfeindung. Heute frisst sie sich immer tiefer in die gesamte nahöstliche Schlüsselregion hinein. Der konfessionelle Hass gerade dort, wo man das Paradies der Schöpfungsgeschichte und den Ort der Sintflut annimmt, ist ein diabolisches Geheimnis. Von Ur in Chaldäa aus hatte Abraham, der Stammvater der drei monotheistischen Religionen, auf Gottes Geheiß seine Wanderung begonnen. Seit fast 2000 Jahren ist der Irak Heimat auch für Christen. Rund 800.000 Irakis gehören einer der christlichen Konfessionen an, von denen die chaldäisch-katholische die stärkste ist. Die christlichen Assyrer verwenden heute noch Aramäisch, die Sprache Jesu, in ihrer Theologie und Liturgie. Unter Saddam Hussein ging es den Christen vergleichsweise passabel. Nach dessen Sturz gerieten sie zwischen die Mühlsteine. Wohlhabende Christen wurden entführt, Kirchen angezündet, Priester ermordet. An der einstigen "Brückenbauer"-Funktion der Minderheit ist derzeit niemand interessiert.Zehntausende Christen sind außer Landes oder in den kurdischen Norden geflohen. Die Lage der Christen ist so prekär, dass manche Pessimisten für sie keine Zukunft mehr erblicken. "Unsere Christen haben Angst. Sie fühlen sich heute als Fremde im eigenen Land. Die Zurückgebliebenen erhalten Drohbriefe, müssen hohe Geldbeträge zahlen oder zum Islam konvertieren", klagt Erzbischof Louis Sako von Kirkuk. Von den einst 26 Millionen Einwohnern sind seit Kriegsbeginn 2003 mehr als eine Million Menschen der Gewalt zum Opfer gefallen (zumeist bei innerirakischen Konflikten). Vier Millionen mussten flüchten, die Hälfte davon ins Ausland. Wieso kam es überhaupt zur Invasion? Seit den Al-Kaida-Anschlägen in New York und Washington 2001 hatte sich Amerika in höchster Alarmstimmung befunden. Allzu leichtfertig kam es zur Behauptung Saddam Hussein arbeite mit der islamistischen Terrororganisation zusammen. Dieser Kriegsgrund war ebenso falsch wie die Behauptung irakischer Massenvernichtungswaffen. Mit solchen Unwahrheiten und ohne Zustimmung der UNO stürzte die amerikanisch geführte "Koalition der Willigen" Saddam Hussein in einem Blitzkrieg. Er war zweifellos einer der schlimmsten Diktatoren, dem Hunderttausende zum Opfer fielen. Doch für Amerika endete das, was mit Lügen begonnen hatte, im Desaster. In jeglicher Hinsicht wurden die Schwierigkeiten des Wiederaufbaus von den USA falsch eingeschätzt. Nach jahrzehntelanger Unterdrückung übten die Schiiten (60 Prozent) grausame Rache an der bisherigen Herrscherschicht der sunnitischen Stämme (20 Prozent). Den gequälten Kurden (16 Prozent) gelang es, sich im de facto autonomen Norden einzuigeln. Furchtbar wurde es, als Al Kaida nach der Vertreibung aus Afghanistan die Chance eines neuen Aktionsfeldes erkannte. Hunderte Selbstmordattentäter sickerten aus dem Ausland ein. Die Höllenfahrt begann. Allein die USA zählen heute 4000 Gefallene, 28.000 Verstümmelte und zehntausende traumatisierte Soldaten. Kann es aus dieser Katastrophe - die die USA täglich 370 Millionen Dollar kostet - einen Ausweg geben? Oder formieren sich in der momentanen Teilberuhigung nur die Bürgerkriegsparteien von morgen? Ein Zerfall des Landes in drei Teilstaaten wäre keine Lösung, weil dies nur die gesamte Region in Aufruhr brächte (mit dem Iran als einzigen Gewinner). Der Schlüssel liegt in Bagdad, das heißt in einer akkordierten Machtteilung der Gruppen per Föderalisierung sowie in einer gerechten Aufteilung der Öleinkünfte. Es gibt einige Hoffnungszeichen. Nicht nur ist es US-General David Petraeus geglückt, dank einer geänderten Strategie den Terror zurückzudrängen, 70.000 sunnitische Stammeskrieger auf seine Seite zu ziehen und erhebliche Fortschritte beim Aufbau der irakischen Armee und Polizei zu erreichen. Auch dem schwachen (schiitischen) Regierungschef Al Maliki gelang es endlich, ein Gesetz zur Rehabilitierung der meisten (sunnitischen) Baath-Parteimitglieder durchzubringen. Doch vom Beginn einer wirklcihen Versöhnung ist Irak noch weit entfernt. Zwei von drei Amerikanern wünschen einen möglichst raschen Abzug. Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber Clinton und Obama haben sich dazu verpflichtet. Das wird zwar nicht so rasch gehen, wie versprochen. Ein überstürzter Abzug könnte - so Präsident Bush - erst recht mörderische Folgen zeitigen wie einst in Vietnam. Was also tun? Der Westen sucht verzweifelt eine "Exit strategy" und hofft auf eine Wiedereinschaltung der UNO. Manche Verbündete haben mit dem Rückzug schon begonnen. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Paul Schulmeister Die Psalmen entdecken
Lobt den Herrn alle Völker Der Lobaufruf beschreibt die kultische Verehrung durch alle Völker. Wenn die "Stämme der Völker" aufgerufen werden, Gaben darzubringen, kann man auch an die Teilnahme am Opferkult denken. Ja die Heiden sollen kultische Gewänder anlegen wie die Sänger im Tempel. Es jauchze die Flur Im letzten Teil des Psalms wird die außermenschliche Schöpfung in das Lob Gottes miteinbezogen:"Es jauchze die Flur, jubeln sollen alle Bäume des Waldes." Weshalb? Weil der Herr zum Gericht kommt. Es ist aber beschrieben als "ein der jubelnden Welt zugewandtes Gesicht, also kein Strafgericht" (Hossfeld). P. Benno Mikocki Der Rosenkranz - Zusammensein mit Gott (2) Betrachtungen zum glorreichen Rosenkranz Foto: Presse Bild Poss 1.Jesus, der von den Toten auferstanden ist
2. Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist Die Auferstehung Christi war der Triumph der kreuzesbereiten Liebe. Als man am Ostermorgen meldete: "Das Grab ist leer, der Herr ist auferstanden, er ist uns erschienen...", da waren die Jünger nicht naiv und leichtgläubig. Im Gegenteil. Gerade die Apostel waren die größten Zweifler, nicht nur jener Thomas, der den Beinamen "der ungläubige Thomas" erhalten hat. Die Auferstehung Christi war nicht ein Wunder unter vielen Wundern, die Christus gewirkt hatte, sondern sie war das "Wunder aller Wunder". Sie übersteigt jede Vorstellungskraft völlig. Wie sollten wir Sterblichen mit unserem begrenzten Verstand auch jene andere Dimension uns vorstellen können, die den Namen "Ewigkeit", "ewiges Leben" oder "Himmel" trägt? 3. Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat Wo Maria ist, da weht der Heilige Geist! Bei seiner Himmelfahrt hatte Jesus den Jüngern noch einige konkrete Weisungen gegeben. Denn der Herr hinterlässt eine Gemeinschaft auf Erden, die seinen Namen tragen wird, weil sie ganz dem Herrn gehört. Das Wort Kirche kommt von "Kýrios", "Herr". Und diese Kirche ist nichts für Faule und Nichtstuer, denn Jesus gibt ihr eine Mission, eine Sendung: "Geht hinaus in die ganze Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern..." (Mt 28,19). 4. Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat Am Rand einer Galaxie von Milliarden anderen Galaxien im Umkreis um einen Stern namens Sonne zwischen Abermilliarden von anderen Sternen befindet sich unser kleiner blauer Planet namens Erde. Der geschaffene Kosmos ist unvorstellbar groß! Gott hat alles wunderbar geschaffen, das größte Wunder aber ist, dass wir Menschen auf der Erde seine vielgeliebten Geschöpfe sind. In all der Unendlichkeit der Schöpfung liebt Gott jeden Menschen. Von einem Menschen geliebt zu werden, ist wunderbar; aber von Gott geliebt zu werden, ist unvorstellbar wunderbar! Gott hat sich gleichsam in uns Menschen "verliebt". Darum ist er einer von uns geworden: der unendliche Gott als ein Mensch unter vielen Menschen. Zu dieser Tat der Liebe wollte er ganz demütig die Zustimmung des Menschen erbitten, genauer: die Zustimmung einer Frau. Gott wollte das "Jawort" Mariens, um seine Liebe zu uns zu verwirklichen. Und Maria hat Ja gesagt. Alle Generationen preisen sie mit Recht selig, denn ihr "Fiat" ist der Grund unseres Heiles. Gott wollte es so. 5. Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat Wir sind hier auf Erden so voll und satt mit all den schönen Dingen, die wir uns leisten können, dass wir oft darauf vergessen, dass das Leben kurz ist. Der Tod kommt unasuweichlich. Man kann den Gedanken an die Vergänglichkeit wegschieben, man kann sich betäuben mit Genuss. Dennoch kommt das Ende des Lebens hundertprozentig sicher. P. Karl Josef Wallner OCist Foto: Presse-Bild-Poss
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